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300 % mehr Wachstum: Kauflands Sichtbarkeits-Rezept für die Peak Season

Geschrieben von Christiane Bruckmann | 27.07.2026 06:43
 

Die Peak Season entscheidet in wenigen Wochen über einen großen Teil des Jahresumsatzes. Wer auf Kaufland verkauft, trifft dabei auf einen Marktplatz mit eigenen Mechaniken, eigenen Sichtbarkeitshebeln und eigenen Fallstricken. Für unseren Peak Season Readiness Guide 2026 haben wir deshalb direkt bei Kaufland nachgefragt.

Patricia Günther, Senior Key Account Manager bei Kaufland, beantwortet vier Fragen: Wie Händler sich gegen den Wettbewerb durchsetzen, welche operativen Schwächen am häufigsten Sichtbarkeit kosten, was Händler in Hochphasen verwundbar oder resilient macht und welche Voraussetzungen aus Marktplatz-Sicht nicht verhandelbar sind.

1. Wie bekommt man in der Peak Season die Sichtbarkeit, um sich gegen den Wettbewerb durchzusetzen?

Patricia Günther: "Für Sichtbarkeit in der Peak Season sind drei Hebel entscheidend: Sichtbarkeit, Preis und Content.

Sichtbarkeit: Verschiedene Onsite-Marketing-Möglichkeiten können helfen, die Sichtbarkeit der eigenen Produkte zu steigern. Auf den internationalen Kaufland-Marktplätzen lohnt sich auch zur Black Week oder vor den Feiertagen die Teilnahme an saisonalen Kampagnen. Teilnehmende Artikel erhalten neben der Bewerbung auf der Startseite ein Kampagnen-Badge, das sie optisch vom Wettbewerb abhebt – kostenfrei und mit sichtbarem Effekt: Händler konnten so ein Wachstum von bis zu 300 % im Gross Merchandise Value erzielen.

Zusätzliche Reichweite lässt sich außerdem über Sponsored Ads erzielen: Sponsored Product Ads (SPA) platzieren einzelne Angebote prominent auf Suchergebnis-, Kategorie- und Produktdetailseiten; Sponsored Brand Ads (SBA) heben ganze Markenauftritte hervor. Beide Formate lassen sich in wenigen Minuten aufsetzen – SPA sogar in wenigen Klicks, wobei das System automatisiert relevante Produkte und Kampagnen-Kriterien selbst auswählt. In der Praxis liegt der ACoS dabei meist unter dem angestrebten Zielwert.

Preis: Da Kunden online konsequent nach dem besten Preis suchen, ist ein wettbewerbsfähiger Preis Grundvoraussetzung für den Gewinn der BuyBox – gerade wenn Händler zusätzlich von Sichtbarkeit durch Marketingaktivitäten auf dem Marktplatz und sogar darüber hinaus profitieren wollen. Gutscheine auf Produktdetailseiten, in Suchergebnissen und Recommendern helfen, preissensible Kunden zu überzeugen. Ergänzend unterstützt das Smart Pricing Plus-Feature Händler auf den Kaufland-Marktplätzen dabei, Preise automatisch mit dem Wettbewerb auf dem Marktplatz sowie darüber hinaus zu vergleichen und den eigenen Preis dynamisch anzupassen – innerhalb selbst definierter Preislimits, die nie unterschritten werden.

Content: Rich Content kann hier als einfacher Hebel eine große Wirkung entfalten – entsprechend präsentierte Produkte landen bis zu 22 % häufiger im Warenkorb.

Entscheidend ist am Ende insbesondere das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren: Wer seine Angebote ansprechend aufbereitet, attraktive Preise bietet und ihnen Sichtbarkeit bei der relevanten Zielgruppe generiert, verschafft sich in der Peak Season einen klaren Vorsprung gegenüber Wettbewerbern, die nur einzelne Stellschrauben bedienen."

2. Welche operativen Schwächen auf Händlerseite führen zu Sichtbarkeitsverlusten in der Peak Season?

Patricia Günther: "Der Onlinehandel ist extrem schnelllebig – besonders in der Peak Season entscheiden oft Minuten über Erfolg oder Misserfolg. Händler, die Preise, Bestände oder Kampagnen manuell pflegen, verlieren wertvolle Zeit, während Wettbewerber mit automatisierten Prozessen in Sekunden statt Stunden auf Markt- und Nachfrageveränderungen reagieren. Zu langsame Prozesse gefährden somit die Sichtbarkeit und Reichweite der Angebote.

Wer solche unnötigen Sichtbarkeitsverluste vermeiden will, sollte frühzeitig ein lückenloses Tracking der eigenen Preise, Bestände, Inhalte und Performance installieren – idealerweise automatisiert und mit der Möglichkeit, schnell auf Basis der gewonnenen Insights nachzusteuern.

Zusätzlich kann auch KI dabei helfen, die Performance in Echtzeit zu verfolgen und umgehend gegen negative Trends zu steuern: KI-Assistenten, auf den Kaufland-Marktplätzen zusammengeführt unter dem Namen "Ailora", analysieren die Daten in Echtzeit und liefern konkrete Ansätze zur Umsatz- und Kampagnenoptimierung.

Wichtig sind außerdem verlässliche Datenfeeds. Geht ein Topseller wegen eines falsch übertragenen Bestands oder eines fehlerhaften Produktbilds offline, wirkt sich das direkt negativ auf den Peak-Season-Erfolg aus.

Eine weitere häufige Schwachstelle ist die zu späte Planung. Lagerkapazität, Personal in Kundenservice und Versand sowie Puffer für Aufgaben wie die Produktdatenpflege müssen früh genug organisiert werden. Händler, die erst zu Beginn der Peak Season reagieren, haben kaum noch Spielraum – Kapazitätsengpässe oder schwache Service-KPIs schlagen sich dann unmittelbar in der Sichtbarkeit und somit in den Umsätzen nieder."

3. Was macht Händler auf Marktplätzen in Hochphasen verwundbar und was macht sie resilient?

Patricia Günther: "Verwundbar macht Händler vor allem die Abhängigkeit von Einzelpunkten: ein einzelner Lieferant, eine einzelne Person im Team ohne Vertretung, eine instabile Systemanbindung. Fällt einer dieser Punkte während der Peak Season aus, kann das den gesamten Erfolg der Hochphase gefährden. Ebenso riskant ist die manuelle Pflege von Preisen, Beständen und Produktdaten: Was im Alltag noch funktioniert, ist nicht skalierbar und bricht unter dem hohen Volumen der Peak Season leicht zusammen. Ein leistungsfähiges ERP-System, etwa das von PlentyONE, schafft hier die nötige Übersicht und erlaubt es, Marktplatz-Angebote flexibel an die Nachfrage der Peak Season anzupassen.

Resilient werden Händler dagegen durch Redundanz und Vorbereitung: mehrere Lieferanten statt nur einem, Vertretungsregelungen im Team und stabile Systemanbindungen sorgen dafür, dass ein einzelner Ausfall nicht zum Gesamtproblem wird. Wer frühzeitig in Sichtbarkeit investiert sowie Lager und Personal vorausschauend plant, ist besser gewappnet. Echtzeit-Monitoring hilft zusätzlich, Probleme wie Out-of-Stock-Situationen oder Preisausreißer sofort zu erkennen und gegenzusteuern.

Ein entscheidender Hebel für Resilienz ist außerdem Automatisierung: Wer Prozesse frühzeitig optimiert und die vom Marktplatz bereitgestellten Tools und Services nutzt, sorgt dafür, dass die Performance auch ohne tägliches manuelles Eingreifen kontinuierlich stabil bleibt – und macht die Peak Season damit planbar statt riskant."

4. Welche Daten- oder Prozessvoraussetzungen sind aus Marktplatz-Sicht nicht verhandelbar?

Patricia Günther: "Aus Marktplatz-Sicht gibt es Grundvoraussetzungen, die nicht zur Diskussion stehen, weil sie direkt das Kundenvertrauen und die Rechtssicherheit der gesamten Plattform betreffen. Auf den Kaufland-Marktplätzen zählen dazu z. B. korrekte Rechtstexte, die Einhaltung aktueller Regularien, die geltenden Händler-Grundsätze sowie eine saubere Preispolitik. Auch vollständige EANs sind zwingend erforderlich, damit Produkte eindeutig zugeordnet und gefunden werden können.

Darüber hinaus gibt es Aspekte, die zwar nicht regulatorisch vorgeschrieben, aber faktisch nicht verhandelbar sind, weil sie die Grundlage für eine gute User Experience bilden und damit über den Erfolg auf Marktplätzen entscheiden. Dazu gehören schnelle Lieferzeiten sowie gut gepflegte, aussagekräftige Produktdaten. Während kurze Lieferzeiten für Kunden attraktiv sind, helfen detaillierte Produktinformationen dabei, informierte Kaufentscheidungen zu treffen. Das reduziert Unsicherheiten, erhöht die Kaufwahrscheinlichkeit und senkt gleichzeitig die Rücksende- und Reklamationsquote.

Um diesen Anspruch effizient zu erfüllen, können Händler auf den Kaufland-Marktplätzen KI-Unterstützung nutzen – sowohl für die Erstellung detaillierter Produktbeschreibungen als auch für eine bessere Kommunikation von Lieferzeiten."

Mit PlentyONE für Kaufland und Co. bereit sein

Was Kaufland hier beschreibt, gilt in ähnlicher Form für jeden Marktplatz: Sichtbarkeit, Preisstrategie und Content entscheiden über die Peak Season, aber nur, wenn die Prozesse dahinter mithalten. PlentyONE bündelt Listings, Preise und Bestände für Kaufland und über 150 weitere Kanäle auf einer zentralen Plattform, sodass Änderungen automatisch synchron laufen statt manuell nachgezogen zu werden.

Wie gut Ihr eigenes Setup für die Peak Season aufgestellt ist, zeigt der PlentyONE Readiness Check in drei Minuten.

Fazit

Kaufland macht deutlich, dass Sichtbarkeit in der Peak Season kein Zufallsprodukt ist. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel von Kampagnenteilnahme, wettbewerbsfähigen Preisen, gutem Content und stabilen Prozessen im Hintergrund. Wer diese Hebel frühzeitig bedient, geht resilienter in Q4 als Händler, die auf Einzelpunkte oder manuelle Prozesse angewiesen bleiben.