Blog PlentyONE

Was ist ERP? Definition, Funktionen & Nutzen

Geschrieben von Annika Fischer-Kautz | 23.06.2026 09:00

Ein ERP-System verbindet alle operativen Bereiche eines Onlinehandels in einer zentralen Plattform – von Lager und Versand bis zu Buchhaltung und Marktplatz-Listings. Was genau hinter dem Begriff steckt, welche Funktionen ein modernes E-Commerce-ERP abdeckt und wann der richtige Zeitpunkt für die Einführung ist, lässt sich an wenigen klaren Kriterien festmachen.

Wächst Ihr Onlinehandel, wächst auch die Komplexität. Was mit einer Tabellenkalkulation und einem Shopsystem begann, ist schnell ein Flickenteppich aus separaten Tools für Lager, Versand, Buchhaltung und Marktplatz-Listings. Daten werden manuell kopiert, Bestände stimmen nicht überein und wertvolle Zeit geht für repetitive Aufgaben verloren. Kommt Ihnen das bekannt vor? Genau hier setzt ein ERP-System an. Es ist das operative Rückgrat, das alle Ihre Prozesse in einer zentralen Plattform bündelt und Ihnen die Kontrolle zurückgibt.

Inhaltsverzeichnis

  • ERP einfach erklärt: Was steckt hinter dem Begriff?
  • Wie funktioniert ein ERP-System?
  • Welche Funktionsbereiche deckt ein ERP-System ab?
  • Welche Vorteile bringt ein ERP-System für Händler?
  • ERP-System: Was sind die Herausforderungen?
  • ERP im Vergleich: Abgrenzung zu CRM, WaWi und PIM
  • Wann braucht ein Onlinehändler ein ERP-System?
  • Klassisches ERP vs. E-Commerce-ERP: Was ist der Unterschied?
  • ERP-System einführen: Erste Schritte für Händler
  • Fazit: ERP als operatives Rückgrat im Onlinehandel
  • Häufig gestellte Fragen zu ERP-Systemen

ERP einfach erklärt: Was steckt hinter dem Begriff?

Um die Rolle von ERP-Systemen im modernen Handel zu verstehen, ist eine klare Definition der erste Schritt. Der Begriff ist zwar seit Jahrzehnten etabliert, doch seine Bedeutung hat sich mit der Digitalisierung des Handels stark gewandelt.

ERP-Definition: Enterprise Resource Planning auf den Punkt

Die Abkürzung ERP steht für Enterprise Resource Planning, was sich mit „Planung der Unternehmensressourcen" übersetzen lässt. Im Kern beschreibt ERP die unternehmerische Aufgabe, alle verfügbaren Ressourcen – wie Kapital, Personal, Material und Betriebsmittel – so effizient wie möglich zu planen, zu steuern und zu verwalten.

Das Ziel ist es, Geschäftsprozesse zu optimieren, Kosten zu senken und die Reaktionsfähigkeit des Unternehmens zu erhöhen.

Vom Begriff zum System: ERP vs. ERP-System

Wenn heute von ERP die Rede ist, ist meistens ein ERP-System gemeint. Das ist die Software, die die ERP-Aufgaben digital umsetzt. Man kann es sich als das zentrale Nervensystem eines Unternehmens vorstellen. Es sammelt Informationen aus allen Geschäftsbereichen, verarbeitet sie und stellt sie den relevanten Abteilungen zur Verfügung. Ein Auftrag aus dem Onlineshop löst dann automatisch eine Kette von Prozessen aus. Der Lagerbestand wird aktualisiert, ein Kommissionier-Auftrag erstellt, das Versandetikett gedruckt und die Buchhaltung informiert, alles in einem System, ohne manuelle Eingriffe.

Warum ERP gerade für Onlinehändler wieder relevant wird

Lange Zeit galten ERP-Systeme als starre, teure Software-Monolithen, die primär für große Produktionsunternehmen relevant waren. Doch der moderne Onlinehandel hat eine neue Komplexität erreicht, die eine zentrale Steuerung unerlässlich macht. Händler verkaufen heute nicht mehr nur über einen Onlineshop, sondern über eine Vielzahl von Kanälen wie Amazon, eBay, OTTO und soziale Medien. Diese Multichannel-Vertriebsstrategie erzeugt eine enorme Menge an Datenpunkten, die ohne ein zentrales System kaum noch zu beherrschen sind.

Moderne E-Commerce-ERP-Plattformen wie PlentyONE sind genau für diese Herausforderung konzipiert. Sie sind flexibel, cloud-basiert und auf die Geschwindigkeit und Vernetzung des digitalen Handels ausgelegt.

Wie funktioniert ein ERP-System?

Das grundlegende Funktionsprinzip eines ERP-Systems ist bestechend einfach und gleichzeitig extrem wirkungsvoll. Es basiert auf zwei Säulen: einer zentralen Datenbasis und einem modularen Aufbau.

Das Prinzip der zentralen Datenbasis

Stellen Sie sich vor, Ihr Kundenservice, Ihr Lager und Ihre Buchhaltung nutzen jeweils eigene Excel-Listen. Ändert ein Kunde seine Adresse, muss diese an drei Stellen manuell aktualisiert werden. Die Fehleranfälligkeit ist enorm.

Ein ERP-System eliminiert dieses Problem. Alle Informationen – von Kundendaten über Produktinformationen und Lagerbestände bis hin zu Bestellungen – werden in einer einzigen, zentralen Datenbank gespeichert. Jede Abteilung greift auf dieselbe „Single Source of Truth" zu. Wenn ein Artikel verkauft wird, wird der Bestand sofort für alle Kanäle (Onlineshop, Marktplätze, Filiale) gleichzeitig aktualisiert. Überverkäufe werden so effektiv verhindert.

Modularer Aufbau – ein System, viele Funktionsbereiche

Ein ERP-System ist keine einzelne Anwendung, sondern eine Suite von integrierten Modulen, die verschiedene Geschäftsbereiche abdecken. Unternehmen können oft die Module auswählen, die sie benötigen. Im E-Commerce sind dies typischerweise:

  • Warenwirtschaft (Bestandsführung, Einkauf)
  • Auftragsmanagement (Bestellabwicklung, Fulfillment)
  • Lagerverwaltung (Kommissionierung, Versand)
  • Produktinformationsmanagement (PIM)
  • Kundenbeziehungsmanagement (CRM)
  • Finanzbuchhaltung

Der entscheidende Vorteil: Alle Module sind nahtlos miteinander verbunden und greifen auf die zentrale Datenbank zu.

Klassisches ERP vs. E-Commerce-ERP im Vergleich

Nicht jedes ERP-System ist für den Onlinehandel geeignet. Die Anforderungen unterscheiden sich fundamental von denen eines produzierenden Gewerbes.

Merkmal

Klassisches ERP

E-Commerce-ERP

Kernfokus

Produktionsplanung, Lieferketten, interne Prozesse

Vertriebskanäle, Auftragsabwicklung, Kundendaten

Technologie

Oft On-Premise (eigene Server), lange Update-Zyklen

Cloud-basiert (SaaS), kontinuierliche Updates

Integrationen

Fokus auf B2B-Systeme, Maschinenanbindung

Native Anbindung an Marktplätze, Shopsysteme, Versender

Geschwindigkeit

Ausgelegt auf planbare, längere Prozesszyklen

Optimiert für sofortige Datenverarbeitung (z. B. kanalübergreifende Bestandssynchronisation)

Flexibilität

Oft starr und aufwändig anzupassen

Flexibel durch APIs, anpassbare Prozessautomatisierung

Welche Funktionsbereiche deckt ein ERP-System ab?

Ein leistungsstarkes E-Commerce-ERP wie PlentyONE bündelt alle operativen Aufgaben des Onlinehandels. Die wichtigsten Funktionsbereiche im Detail:

Warenwirtschaft und Lagerverwaltung

Dies ist das Herzstück für jeden Händler. Hier werden alle Warenbewegungen erfasst.

  • Bestandsmanagement: Zentrale, kanalübergreifende Verwaltung der Lagerbestände mit automatisierter Synchronisierung.
  • Einkauf & Beschaffung: Bestellvorschläge, Lieferantenverwaltung und Wareneingangsprozesse.
  • Lagerlogistik (WMS): Chaotische oder feste Lagerhaltung, optimierte Pick- und Pack-Prozesse, Inventur.

Eine integrierte Warenwirtschaft in PlentyONE sorgt dafür, dass Ihre Bestandsdaten konsistent sind, egal wo ein Verkauf stattfindet.

Auftrags- und Versandabwicklung

Sobald eine Bestellung eingeht, startet eine Kette von Prozessen, die ein ERP-System automatisiert.

  • Order Management: Bündelung von Bestellungen aus allen Kanälen (Shop, Amazon, eBay etc.) an einem Ort.
  • Fulfillment: Automatisierte Erstellung von Lieferscheinen, Rechnungen und Versandetiketten.
  • Versanddienstleister-Anbindung: Direkte Integration von DHL, DPD, Hermes und vielen weiteren zur einfachen Label-Erstellung und Sendungsverfolgung.

Effiziente Auftragsabwicklung und Fulfillment sind entscheidend für die Kundenzufriedenheit und die Skalierbarkeit Ihres Geschäfts.

Produktdaten- und Kanalmanagement

Im Multichannel-Handel müssen Produktdaten für jeden Kanal optimiert werden.

  • Produktinformationsmanagement (PIM): Zentrale Pflege aller Produktdaten, Bilder, Beschreibungen und Attribute.
  • Listing-Management: Steuerung, welche Produkte auf welchen Kanälen mit welchen Preisen und Beständen gelistet werden.
  • Repricing: Dynamische Preisanpassungen auf Marktplätzen basierend auf Wettbewerbsdaten.

Finanzen, Zahlungen und Dokumente

Ein ERP-System bringt Ordnung in Ihre Finanzen und automatisiert die Buchhaltungsvorbereitung.

  • Zahlungsabgleich: Automatischer Abgleich von Zahlungseingängen (z. B. von PayPal, Klarna) mit offenen Bestellungen.
  • Dokumentenerstellung: Automatisierte Erstellung und Versand von Rechnungen, Gutschriften und Mahnungen.
  • Schnittstellen: Übergabe aller relevanten Buchungsdaten an gängige Finanzbuchhaltungssysteme über Partnerlösungen.

Kundenmanagement

Auch wenn ein ERP kein spezialisiertes CRM-System ersetzt, bietet es zentrale CRM-Funktionen, die für den Handel optimiert sind.

  • Zentrale Kundenhistorie: Alle Bestellungen, Kommunikationen und Daten eines Kunden an einem Ort.
  • Omnichannel-Kommunikation: Bündelung von E-Mails und Marktplatz-Nachrichten in einem Posteingang.
  • After-Sales-Prozesse: Abwicklung von Retouren und Reklamationen.

Prozessautomatisierung

Moderne ERP-Systeme ermöglichen es Händlern, wiederkehrende Aufgaben ohne Programmierkenntnisse zu automatisieren. Über Ereignis-Aktion-Regeln können Sie festlegen, was passieren soll, wenn ein bestimmtes Ereignis eintritt (z. B. „Wenn Bestellung aus Frankreich eingeht, weise sie Lager X zu und drucke Label mit Colissimo").

[Jetzt kostenlose Demo buchen]

Welche Vorteile bringt ein ERP-System für Händler?

Die Einführung eines zentralen Systems ist mehr als nur eine technische Umstellung. Es ist eine strategische Entscheidung, die das Fundament für nachhaltiges Wachstum legt. Hier sind die sechs zentralen Vorteile, die sich daraus ergeben:

  1. Datensilos auflösen und Fehler reduzieren: Anstatt inkonsistenter Daten in verschiedenen Insellösungen arbeiten alle Mitarbeiter mit einer einzigen, verlässlichen Datenquelle. Das minimiert manuelle Übertragungsfehler, verhindert Überverkäufe und sorgt für abteilungsübergreifende Transparenz.
  2. Schneller und sicherer skalieren: Neue Vertriebskanäle wie die Amazon-Integration oder die eBay-Integration sind mit wenigen Klicks angebunden, anstatt aufwändige Einzelintegrationen zu erfordern. Ihr operatives Setup wächst mit Ihrem Geschäft, ohne dass die Prozesse zusammenbrechen.
  3. Manuelle Prozesse als Wachstumsbremse beseitigen: Durch die Automatisierung von Routineaufgaben, von der Rechnungserstellung bis zum Versandprozess, wird wertvolle Arbeitszeit Ihrer Mitarbeiter frei. Diese können sich auf wertschöpfende Tätigkeiten wie Marketing oder Kundenservice konzentrieren.
  4. Fundierte Entscheidungen treffen: Ein ERP liefert Ihnen auf Knopfdruck verlässliche Kennzahlen. Dank integrierter Business Intelligence Dashboards sehen Sie sofort, welche Produkte oder Kanäle am profitabelsten sind, und können Ihr Geschäft auf Basis von Daten statt Bauchgefühl steuern.
  5. Technische Altlasten überwinden: Veraltete, selbst entwickelte Systeme sind oft ein Innovationshemmnis. Ein modernes, cloud-basiertes ERP wie PlentyONE wird kontinuierlich weiterentwickelt und hält Ihr Unternehmen technologisch auf dem neuesten Stand, ohne dass Sie sich um Server oder Updates kümmern müssen.
  6. Operative Exzellenz aufbauen: Sie müssen nicht in jedem Bereich ein Experte sein. Ein gutes E-Commerce-ERP bringt bewährte „Best-Practice"-Prozesse für Lager, Versand und Multichannel-Vertrieb mit, von denen Sie direkt profitieren.

Beispiel aus der Praxis: Ein Multichannel-Händler vor und nach der ERP-Einführung

Vorher: Ein Händler für Tierbedarf verkauft über einen eigenen Onlineshop, Amazon und eBay. Der Lagerbestand wird in einer Excel-Tabelle geführt. Nach jedem Verkauf muss ein Mitarbeiter den Bestand manuell in allen Kanälen anpassen. Das ist fehleranfällig und langsam. An Wochenenden kommt es regelmäßig zu Überverkäufen. Die Auftragsdaten müssen aus drei Systemen exportiert und für den Versand aufbereitet werden. Der Prozess kostet täglich drei Stunden manuelle Arbeit.

Nachher: Mit einem E-Commerce-ERP werden alle Bestellungen zentral erfasst. Wird ein Artikel auf eBay verkauft, reduziert das System den verfügbaren Bestand sofort auch im Onlineshop und auf Amazon. Überverkäufe sind ausgeschlossen. Versandetiketten und Rechnungen werden automatisch erstellt. Der Zeitaufwand für die Auftragsabwicklung sinkt erheblich. Der Händler hat nun die Zeit, einen weiteren Marktplatz anzubinden.

ERP-System: Was sind die Herausforderungen?

Eine ehrliche Betrachtung schließt auch die potenziellen Hürden nicht aus. Die Einführung eines ERP-Systems ist ein Projekt, das sorgfältige Planung erfordert. Die häufigsten Herausforderungen sind:

  • Einführungsaufwand: Die Konfiguration des Systems, die Anpassung an eigene Prozesse und die Schulung der Mitarbeiter erfordern Zeit und Ressourcen.
  • Change Management: Mitarbeiter müssen gewohnte Arbeitsweisen aufgeben und neue Prozesse erlernen. Dies erfordert eine gute interne Kommunikation und Begleitung.
  • Datenmigration: Bestehende Produkt-, Kunden- und Auftragsdaten müssen sauber aufbereitet und in das neue System importiert werden. Die Qualität der Altdaten ist hier ein entscheidender Faktor.
  • Auswahl des richtigen Partners: Der Markt für ERP-Systeme ist groß. Die Auswahl eines Anbieters, der die spezifischen Bedürfnisse des Onlinehandels versteht, ist erfolgskritisch.

Ein modernes E-Commerce-ERP nimmt Händlern jedoch einen Großteil dieser Last ab. Cloud-basierte Systeme wie PlentyONE erfordern keine eigene IT-Infrastruktur und bieten standardisierte Onboarding-Prozesse. Durch eine Vielzahl an fertigen Integrationen und einen Fokus auf Benutzerfreundlichkeit wird der Einführungsaufwand im Vergleich zu klassischen ERP-Projekten erheblich reduziert.

ERP im Vergleich: Abgrenzung zu CRM, WaWi und PIM

Die Begriffe ERP, CRM, WaWi und PIM werden oft synonym verwendet, bezeichnen aber unterschiedliche Systeme mit verschiedenen Schwerpunkten.

Ein ERP-System ist das übergreifende Gesamtsystem, das die Funktionen von WaWi, PIM und CRM in einer integrierten Plattform vereint. Während eigenständige Speziallösungen in bestimmten Nischen tiefergehende Funktionen bieten können, liegt der Vorteil des ERPs in der nahtlosen Verknüpfung aller Prozesse ohne Schnittstellenprobleme.

System

Hauptzweck

Datenfokus

Reichweite im Unternehmen

Integration ins ERP

ERP

Steuerung aller Kernprozesse

Transaktionsdaten (Bestellungen, Bestände)

Gesamtunternehmen

Das zentrale, führende System

CRM

Management von Kundenbeziehungen

Kundendaten, Interaktionen, Kommunikation

Vertrieb, Marketing, Service

Als integriertes Modul oder angebunden

WaWi

Verwaltung des Warenflusses

Artikeldaten, Bestände, Einkauf, Verkauf

Lager, Einkauf

Ist ein Kernmodul des ERP-Systems

PIM

Anreicherung von Produktdaten

Produktdetails, Attribute, Bilder, Texte

Marketing, Produktmanagement

Ist ein Kernmodul des ERP-Systems

Für Onlinehändler ist es wichtig zu verstehen, dass eine Warenwirtschaft (WaWi) eine essenzielle Funktion innerhalb eines E-Commerce-ERPs ist, aber sie ist nicht dasselbe. Ein vollwertiges ERP geht weit darüber hinaus und deckt auch die Auftragsabwicklung, die Kanalsteuerung und die Prozessautomatisierung ab.

Wann braucht ein Onlinehändler ein ERP-System?

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Umstieg auf ein zentrales System? Es gibt keine pauschale Antwort, aber eine Reihe klarer Anzeichen, dass Ihre bisherigen Prozesse an ihre Grenzen stoßen:

  • Sie verkaufen auf mehr als zwei Kanälen: Die manuelle Synchronisation von Beständen und Bestellungen zwischen Onlineshop, Amazon und eBay wird zu aufwändig und fehleranfällig.
  • Überverkäufe werden zum Problem: Sie verkaufen regelmäßig Artikel, die nicht mehr auf Lager sind, was zu Kundenunzufriedenheit und schlechten Marktplatz-Bewertungen führt.
  • Manuelle Arbeit frisst Ihre Zeit: Mehrere Mitarbeiter sind täglich mehrere Stunden damit beschäftigt, Daten zwischen Systemen zu kopieren, Listen abzugleichen oder Versandetiketten manuell zu erstellen.
  • Excel ist Ihr wichtigstes Werkzeug: Kritische Prozesse wie Bestandsführung, Bestellübersicht oder Auswertungen laufen über komplexe und unübersichtliche Tabellenkalkulationen.
  • Das Lager wird zum Flaschenhals: Mit steigendem Bestellvolumen (über 500 bis 1.000 Bestellungen pro Monat) werden Kommissionierung und Versand ineffizient und fehlerhaft.
  • Ihnen fehlt der Überblick: Sie können nicht auf Knopfdruck sagen, welches Produkt auf welchem Kanal am profitabelsten ist, weil die Daten über zu viele Systeme verstreut sind.

Wenn Sie sich in zwei oder mehr dieser Punkte wiedererkennen, ist es an der Zeit, die Einführung eines E-Commerce-ERP-Systems ernsthaft zu prüfen. Es ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit Ihres Unternehmens.

Klassisches ERP vs. E-Commerce-ERP: Was ist der Unterschied?

Der entscheidende Unterschied liegt in der DNA der Systeme. Klassische ERPs wurden für die lineare Welt der Produktion und des B2B-Großhandels entwickelt. E-Commerce-ERPs sind für die vernetzte, schnelle und kundenorientierte Welt des Onlinehandels gebaut.

Ein klassisches ERP denkt in internen Prozessen wie Produktionsaufträgen und Lieferketten. Ein E-Commerce-ERP denkt in externen Vertriebskanälen, sofort eingehenden Bestellungen und Kundenerlebnissen.

Hier die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

  • Architektur: Klassische Systeme sind oft monolithisch und On-Premise. E-Commerce-ERPs sind cloud-nativ, flexibel und API-first, was eine einfache Anbindung externer Dienste ermöglicht.
  • Fokus: Der Fokus liegt auf der schnellen und automatisierten Abwicklung einer hohen Anzahl kleiner Bestellungen (B2C) statt weniger, großer Aufträge (B2B).
  • Integrationen: Native, tief integrierte Anbindungen an viele Marktplätze, Shopsysteme, Zahlungsanbieter und Versender sind Standard. Bei klassischen Systemen sind dies oft teure und aufwändige Zusatzprojekte.
  • Datenmodell: Ein E-Commerce-ERP ist darauf ausgelegt, Produktdaten kanalspezifisch aufzubereiten und zu verwalten (z. B. unterschiedliche Titel, Preise und Attribute für Amazon und den eigenen Shop).

Diese fundamentalen Unterschiede machen deutlich, warum die Auswahl eines Systems, das speziell für den Onlinehandel konzipiert wurde, für Händler von entscheidender Bedeutung ist.

ERP-System einführen: Erste Schritte für Händler

Die Einführung eines ERP-Systems muss kein Mammutprojekt sein. Mit einem strukturierten Vorgehen legen Sie den Grundstein für einen erfolgreichen Start.

  1. Bedarf analysieren: Dokumentieren Sie Ihre aktuellen Prozesse. Wo gibt es Engpässe? Welche manuellen Aufgaben kosten die meiste Zeit? Welche Ziele wollen Sie mit dem neuen System erreichen (z. B. Kosten senken, schneller versenden, neue Kanäle anbinden)?
  2. Anforderungen definieren: Erstellen Sie eine Liste mit Muss- und Kann-Anforderungen. Welche Marktplätze müssen angebunden sein? Welche Versanddienstleister nutzen Sie? Welche speziellen Prozesse (z. B. Bundles, Varianten) gibt es in Ihrem Geschäft?
  3. Anbieter prüfen: Vergleichen Sie spezialisierte E-Commerce-ERP-Anbieter. Achten Sie auf Referenzen aus Ihrer Branche, die Skalierbarkeit der Plattform und die Qualität des Supports. Nehmen Sie an Live-Demos teil, um ein Gefühl für das System zu bekommen.
  4. Daten vorbereiten und migrieren: Bereinigen Sie Ihre bestehenden Produkt- und Kundendaten. Ein guter Anbieter unterstützt Sie aktiv bei der Migration der Daten in das neue System.
  5. Go-Live und Schulung: Planen Sie den Übergang sorgfältig. Schulen Sie Ihr Team in den neuen Prozessen und nutzen Sie die Support-Ressourcen des Anbieters in der Anfangsphase intensiv.

Dieser Prozess ist der erste Schritt zur Professionalisierung Ihrer E-Commerce-Operationen.

Fazit: ERP als operatives Rückgrat im Onlinehandel

Die Frage ist heute nicht mehr, ob wachsende Onlinehändler ein zentrales System benötigen, sondern wann der richtige Zeitpunkt für die Einführung ist. Ein Flickenteppich aus Insellösungen mag am Anfang funktionieren, wird aber unweigerlich zur Wachstumsbremse. Manuelle Prozesse, inkonsistente Daten und fehlende Transparenz verhindern eine effiziente Skalierung.

Ein modernes E-Commerce-ERP-System ist die Antwort auf diese Komplexität. Es schafft eine einzige, verlässliche Wahrheit für Ihre Daten, automatisiert Ihre Kernprozesse vom Wareneingang bis zur Retoure und gibt Ihnen die operative Kontrolle zurück. Es ist das Fundament, auf dem Sie Ihr Geschäft sicher und profitabel in die Zukunft führen können.

[Jetzt PlentyONE kostenlos testen oder eine persönliche Demo buchen]

Häufig gestellte Fragen zu ERP-Systemen

Hier finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen rund um ERP-Systeme im E-Commerce.

Was ist ERP einfach erklärt?

Ein ERP-System ist eine zentrale Software, die alle wichtigen Geschäftsbereiche eines Unternehmens wie Lager, Verkauf, Buchhaltung und Kundenverwaltung miteinander verbindet. Statt vieler einzelner Programme nutzen alle Abteilungen ein einziges System mit einer gemeinsamen Datenbasis, was Prozesse automatisiert und Fehler vermeidet.

Sind alle ERP-Systeme gleich?

Nein, es gibt große Unterschiede. Klassische ERP-Systeme sind oft auf die Produktions- und Fertigungsindustrie ausgerichtet. Moderne E-Commerce-ERP-Systeme wie PlentyONE sind hingegen speziell für die Bedürfnisse von Onlinehändlern entwickelt, mit einem starken Fokus auf die Anbindung von Marktplätzen, Shopsystemen und Versanddienstleistern.

Was ist der Unterschied zwischen ERP und CRM?

Ein CRM-System (Customer Relationship Management) konzentriert sich ausschließlich auf die Verwaltung von Kundenbeziehungen – also auf Marketing, Vertrieb und Kundenservice. Ein ERP-System ist viel breiter aufgestellt und deckt alle operativen Kernprozesse ab, wobei CRM-Funktionen oft ein integrierter Bestandteil sind.

Ist ein ERP-System ein Warenwirtschaftssystem?

Ein Warenwirtschaftssystem (WaWi) ist ein wichtiger Teil eines ERP-Systems, aber nicht dasselbe. Eine WaWi verwaltet den Warenfluss (Einkauf, Lager, Verkauf). Ein ERP-System geht darüber hinaus und integriert auch Bereiche wie Auftragsabwicklung, Multichannel-Vertrieb, Finanzdaten und Prozessautomatisierung.

Welche ERP-Systeme gibt es für Onlinehändler?

Für Onlinehändler gibt es hauptsächlich drei Kategorien: angepasste klassische ERPs, die oft komplex und teuer sind; einfache Warenwirtschaftssysteme, die bei der Skalierung an ihre Grenzen stoßen; und spezialisierte E-Commerce-ERP-Plattformen wie PlentyONE, die als All-in-One-Lösung konzipiert sind und alle Prozesse des Onlinehandels nativ in der Cloud abbilden.

Ist Excel ein ERP-System?

Nein. Obwohl Excel ein mächtiges Werkzeug für Berechnungen und Listen ist, fehlt ihm die zentrale, integrierte Datenbank eines echten ERP-Systems. Prozesse in Excel sind manuell, nicht automatisiert, fehleranfällig und nicht automatisch über Abteilungen hinweg synchronisiert.

Was kostet ein ERP-System?

Die Kosten variieren stark je nach Anbieter, Funktionsumfang und Geschäftsgröße. Moderne, cloud-basierte E-Commerce-ERPs werden meist als Software-as-a-Service (SaaS) angeboten. Die Kosten basieren hier oft auf monatlichen Gebühren, die sich am Bestellvolumen oder Umsatz orientieren. Dies macht sie auch für kleinere und mittlere Händler zugänglich.