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ERP Guide ⏳ 13 Min Lesezeit

ERP-System Auswahl: Schritt für Schritt zum passenden System

Vermeiden Sie teure Fehlentscheidungen und monatelange Projektverzögerungen. Unser 14-Tage-Fahrplan zeigt Ihnen, wie Sie Anbieter richtig vergleichen, Demos kritisch prüfen und das System finden, das Ihr E-Commerce-Wachstum sichert. 


PlentyONE Redaktion
E-Commerce Insights, 26. Februar 2026

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Die Auswahl eines neuen ERP-Systems ist für E-Commerce-Entscheider oft der kritischste Moment ihrer operativen Laufbahn. Es geht nicht nur um Software. Es geht um das Rückgrat Ihres Handels. Wenn am Black Friday Bestellungen eingehen, der Bestand aber nicht synchronisiert wird, kostet Sie eine falsche Systementscheidung nicht nur Umsatz, sondern Kundenvertrauen.

Viele Unternehmen starten die ERP-System Auswahl mit einer Feature-Liste, statt mit einer Prozess-Analyse. Das Ergebnis sind oft monatelange Implementierungsphasen, explodierende Kosten und am Ende ein System, das die Realität des modernen Multichannel-Handels nur über teure Workarounds abbildet.

Dieser Leitfaden führt Sie strikt operativ durch den Auswahlprozess. Diese Roadmap verzichtet auf theoretische Modelle und konzentriert sich auf das, was zählt: Wie Sie ein System finden, das Ihre Datenflüsse stabilisiert, manuelle Arbeit reduziert und Skalierung zulässt, ohne dass Sie Funktionen bezahlen, die Sie nie nutzen werden.

 

Warum die ERP-System Auswahl oft scheitert und wie Sie das vermeiden

Die meisten ERP-Projekte scheitern nicht an der Technologie, sondern an falschen Erwartungen und mangelnder Prozessklarheit. Ein häufiges Szenario: Ein Händler wächst, Excel-Listen kollabieren, und das Team im Lager weiß nicht mehr, welche Pickliste Priorität hat. Die Geschäftsführung entscheidet: "Wir brauchen ein ERP."

Doch ohne klare Schmerzanalyse wird oft ein System gewählt, das zwar eine starke Finanzbuchhaltung hat, aber an der Realität des E-Commerce scheitert.

Typische operative Schmerzen, die ignoriert werden:

  • Dateninkonsistenz: Sie starten eine Rabattaktion auf eBay und innerhalb von Minuten sind 50 Artikel verkauft. Ohne Echtzeit-Abgleich zeigt Ihr Shop und Kaufland-Listing noch den vollen Bestand. Das Resultat sind Dutzende Stornos, die Ihr Ranking auf den Marktplätzen massiv beschädigen.

  • Insellösungen: Retouren werden in einem separaten Portal bearbeitet, die Gutschrift erfolgt manuell in der Buchhaltung, und der Lagerbestand wird händisch korrigiert. Hier entstehen Fehlerquellen, die keinen sauberen Deckungsbeitrag zulassen.

  • Rechnungschaos: Wenn Rechnungen aus drei verschiedenen Quellen (Shop-Backend, Marktplatz, manuell) kommen, entstehen Lücken in den Belegnummernkreisen. Das führt zu massivem Stress bei Betriebsprüfungen und mit der Steuerberatung.

Vermeiden Sie das Scheitern, indem Sie nicht nach einem "Alleskönner" suchen, sondern nach einem System, das Ihre spezifischen Transaktionsdatenflüsse (Order-to-Cash) beherrscht.

ERP ist nicht gleich ERP: Welche Systemtypen Sie in der Auswahl unterscheiden müssen

Bevor Sie Anbieter vergleichen, müssen Sie verstehen, dass der Begriff "ERP" extrem breit gefächert ist. Eine falsche Kategorisierung ist der häufigste Grund für Fehlentscheidungen. Wer Äpfel mit Birnen vergleicht, wird am Ende enttäuscht sein. 

 

Klassisches ERP (Produktions- & Finanzfokus)

Diese Systeme kommen oft aus der Industrie. Ihr Herzstück ist die Produktionsplanung (PPS) und eine tiefe, konzernfähige Finanzbuchhaltung.

  • Stärke: Perfekt für Fertigungsbetriebe, die Rohstoffe verwalten und Personalwesen integriert haben wollen.

  • Schwäche im E-Commerce: Schnittstellen zu Marktplätzen wie Amazon oder Kaufland sind oft nur über teure Middleware (Drittanbieter-Software) möglich. Die Geschwindigkeit der Datenverarbeitung (z.B. Echtzeit-Bestandsabgleich) reicht für den Online-Handel oft nicht aus. 

E-Commerce ERP (Handelsfokus)

Diese Systeme sind auf die Geschwindigkeit und die Prozesse des digitalen Handels ausgelegt. Der Fokus liegt auf Artikeldaten, Bestandsmanagement über viele Kanäle hinweg, Auftragsabwicklung und Logistik.

  • Stärke: Native Anbindungen an Shops, Marktplätze und Versanddienstleister. Prozessautomatisierung für hohe Auftragsvolumina.

  • Abgrenzung: Diese Systeme bilden selten komplexe Produktionsstraßen oder Lohnabrechnungen ab. 

Cloud vs. On-Premise

  • On-Premise: Sie betreiben den Server selbst. Vorteil: Volle Datenkontrolle. Nachteil: Sie sind verantwortlich für Sicherheit, Backups und Updates. Skalierung ist teuer und langsam.

  • Cloud (SaaS): Der Anbieter betreibt die Infrastruktur. Vorteil: Updates kommen automatisch, Skalierung bei Lastspitzen (Black Friday) ist meist inklusive. Nachteil: Abhängigkeit vom Anbieter. Im E-Commerce ist Cloud aufgrund der notwendigen Konnektivität zu anderen Web-Diensten heute der Standard.

Erwartungsmanagement

Wenn Sie eine interne Lohnbuchhaltung oder eine komplexe Fertigungssteuerung suchen, benötigen Sie ein klassisches Industrie-ERP. Wenn Ihr Kerngeschäft der Verkauf von Waren über digitale Kanäle ist, ist ein E-Commerce ERP die richtige Kategorie für Ihre ERP-System Auswahl. 

Schritt 1 – Ziele, Rahmenbedingungen und Scope definieren

Beginnen Sie den Auswahlprozess nicht mit einer Google-Suche, sondern mit einer internen Zieldefinition. Was genau soll das System lösen? "Effizienz steigern" ist kein Ziel. "Packzeiten pro Paket um 30 Sekunden senken" ist ein Ziel.
 
Definieren Sie den Scope (Umfang): Welche Unternehmensbereiche sollen durch das neue ERP abgedeckt werden?
 
    • Einkauf & Bestandsmanagement: Automatische Nachbestellvorschläge?

    • Artikelverwaltung (PIM-Light): Zentraler Datenstamm für alle Kanäle?

    • Auftragsabwicklung: Zentraler Posteingang für alle Bestellungen?

    • Versand & Logistik: Laufwegoptimiertes Picken und Packen?

    • Kundenservice: Ticketsystem direkt an der Bestellung?

Rahmenbedingungen klären:
 
    • Kanäle: Welche Marktplätze und Shopsysteme müssen angebunden werden? (Jetzt und in 12 Monaten).

    • Volumen: Wie viele Aufträge pro Tag? Wie hoch sind die Peaks?

    • Nutzer: Wie viele Personen arbeiten gleichzeitig im System (Lager + Büro)?

 
Tabelle: Ziele messbar machen
Ziel
Messgröße (KPI) Beispiel
Überverkäufe stoppen Stornoquote wegen Fehlbestand Senkung von 2,5% auf <0,1%
Schnellerer Versand Time-to-Ship Versand am selben Tag bei Bestellung bis 14 Uhr
Retourenhandling Bearbeitungszeit pro Retoure Reduktion von 10 Min. auf 3 Min.
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Schritt 2 – Anforderungen analysieren: Muss-, Soll- und Kann-Kriterien sauber trennen

Erstellen Sie keine Wunschliste, sondern einen Anforderungskatalog. Nutzen Sie die MoSCoW-Methode, um Prioritäten zu setzen. Das verhindert, dass Sie ein System wegen eines unwichtigen Features ablehnen, obwohl es die kritischen Prozesse perfekt beherrscht.

  • Muss-Kriterien (Killer-Kriterien): Ohne diese Funktionen ist der Betrieb nicht möglich.
    • Beispiel: "Der Bestand muss über Amazon, eBay und den eigenen Shopify-Shop in Echtzeit synchronisiert werden."
    • Beispiel: "Das System muss MDE-Geräte (Scanner) im Lager unterstützen."
  • Soll-Kriterien: Diese Funktionen sind wichtig für die Effizienz, können aber übergangsweise manuell gelöst werden.
    • Beispiel: "Automatische Zuweisung des günstigsten Versanddienstleisters basierend auf Paketgewicht."
  • Kann-Kriterien (Nice-to-have): Wünschenswert, aber nicht entscheidungsrelevant.
    • Beispiel: "Das Dashboard soll im Dark Mode verfügbar sein."

Checkliste für Anforderungskategorien:

  Artikeldatenpflege & Variantenhandling 

   Multichannel-Listings & Preisregeln 

   Bestandsführung & Lagerlogistik 

   Auftragsimport & Rechnungsstellung 

   Zahlungsabgleich (Payment-Integration) 

   Versandlabel-Erzeugung 

   Retourenmanagement 

 Controlling & Reporting 

Schritt 3 – Lastenheft für die ERP-System Auswahl erstellen (ohne Overengineering)

Das Lastenheft ist Ihr Dokument, das an die Anbieter geht. Es beschreibt den IST-Zustand und den gewünschten SOLL-Zustand. Ein gutes Lastenheft für KMU im E-Commerce muss keine 100 Seiten lang sein. Es muss präzise sein.

Was gehört hinein:

  • Unternehmensprofil: Was verkaufen Sie? B2B oder B2C? Welche Mengen?

  • Systemlandschaft: Welche Tools nutzen Sie aktuell (Shop, FiBu, Versand)? Was davon soll abgelöst werden, was muss integriert bleiben (z.B. DATEV)?

  • Prozessbeschreibungen: Skizzieren Sie den idealen Ablauf einer Bestellung vom Klick bis zum Versandlabel.

  • Datenobjekte: Haben Sie einfache Artikel? Varianten? Sets/Bundles? Seriennummern? Chargen? MHD? Das ist entscheidend für die Lagereignung. 

Vermeiden Sie diesen Fehler

Schreiben Sie nicht zu technisch vor, wie eine Funktion gelöst werden soll. Beschreiben Sie das Problem. Ein guter Anbieter wird Ihnen die beste Lösung in seinem System zeigen.

Mini-Template für Anforderungen im Lastenheft: 

Bereich
Anforderung Beispiel-Frage an Anbieter
Lager Chaotische Lagerhaltung "Unterstützt das System wegoptimierte Picklisten für Multi-Order-Picking?"
Marktplatz Bestandspuffer "Können wir für eBay einen virtuellen Pufferbestand definieren, damit wir nicht leerlaufen?"

Schritt 4 – Longlist/Shortlist: Anbieter finden und sinnvoll vergleichen

Es gibt kein universell bestes ERP-System. Es gibt nur das System, das am besten zu Ihrem Geschäftsmodell passt.

Quellen für die Longlist:

  • Empfehlungen von anderen Multichannel-Händlern.

  • Zertifizierte Partner Ihrer existierenden Systeme (z.B. "Shopify Plus Partner").

  • Bewertungsplattformen wie OMR Reviews oder Capterra (Achtung: Filtern Sie nach Unternehmensgröße).

Filtern Sie die Longlist anhand von K.O.-Kriterien (z.B. Preisrahmen, Branchenfokus, Sprache des Supports) auf eine Shortlist von 3 bis 5 Anbietern. Diese kontaktieren Sie mit Ihrem Lastenheft.

Wichtig für die Shortlist

Achten Sie auf den Branchenfit. Ein ERP, das Weltmarktführer für Bäckereien ist, wird am Amazon FBA Prozess scheitern. Prüfen Sie, ob der Anbieter Referenzen hat, die exakt Ihr Geschäftsmodell (z.B. Multichannel-Handel mit Eigenlager) abbilden.

Die wichtigsten Auswahlkriterien für ERP-Systeme (mit Praxisbezug)

Wenn Sie die Anbieter auf Ihrer Shortlist vergleichen, sollten Sie diese Kriterien tiefgehend prüfen. Lassen Sie sich nicht von bunten Dashboards blenden, sondern bohren Sie in die Prozesse.

1. Funktionsfit entlang der Kernprozesse: Deckt das System den kompletten Weg von der Bestellung bis zum Geldeingang (Order-to-Cash) und vom Einkauf bis zur Einlagerung (Procure-to-Stock) ab? Prüfen Sie Lücken in der Kette.

2. Integrationsfähigkeit (Konnektivität): Wie gut sind die Schnittstellen zu Shops (Shopify, Shopware, Magento) und Marktplätzen? Ist das eine native Integration des Herstellers oder ein Plugin eines Drittanbieters, das bei jedem Update brechen kann? Eine native Integration ist im E-Commerce Gold wert.

3. Datenmodell & Stammdatenqualität: Kann das System komplexe Artikelstrukturen abbilden? E-Commerce lebt von Varianten (Größe/Farbe) und Bundles (Verkaufssets). Wenn das ERP hier starr ist, haben Sie später massive Probleme beim Listen auf Marktplätzen.

4. Automatisierung & Regelwerke: Das System muss Ihnen Arbeit abnehmen. Suchen Sie nach einer "Event-Aktion"-Logik. Beispiel: "WENN Auftrag bezahlt UND Lagerbestand > 0 DANN erstelle Rechnung UND drucke Pickliste". Ohne solche Automatisierungen brauchen Sie für 1.000 Pakete zu viel Personal.

5. Skalierbarkeit & Stabilität: Was passiert, wenn Sie am Black Friday plötzlich 10.000 statt 500 Bestellungen haben? Cloud-Systeme skalieren hier meist besser als lokale Server. Fragen Sie nach Limits bei API-Calls pro Minute.

6. Usability & Rollenkonzepte: Ihr Lagerteam muss das System in Minuten verstehen. Komplexe Menüs führen zu Fehlern beim Picken. Prüfen Sie, ob Sie Rechte so einschränken können, dass temporäre Kräfte keine kritischen Änderungen vornehmen können.

7. Betrieb & Sicherheit: Wo liegen die Daten? Wie oft werden Backups gemacht? Ist das System GoBD-konform (unveränderbare Historie von Belegen)?

8. Support & Ökosystem: Gibt es ein Partnernetzwerk aus Agenturen, die bei der Einrichtung helfen können? Wie schnell reagiert der Support? Ein ERP ohne gutes Ökosystem macht Sie abhängig.

9. Gesamtkosten: Schauen Sie nicht nur auf den monatlichen Lizenzpreis. Berücksichtigen Sie Implementierungskosten, Schulungen und Transaktionsgebühren. 

Demos richtig bewerten: Vom Showroom zur realistischen Prozessprüfung

Verlassen Sie sich in der Präsentation niemals auf die Standard-Slides des Vertriebs. Fordern Sie eine Demo anhand Ihrer Use-Cases.

Vorbereitung für die Demo: Schicken Sie dem Anbieter vorab ein "Drehbuch".

  • "Zeigen Sie, wie wir einen Artikel anlegen und ihn gleichzeitig auf Amazon und im Webshop listen."

  • "Zeigen Sie uns den Prozess einer Teil-Retoure mit anschließender Gutschriftserstellung."

  • "Zeigen Sie uns, was passiert, wenn ein Kunde eine Adresse nachträglich ändern will, der Auftrag aber schon im Pick-Status ist."

Bewertungsbogen für die Demo:

  • Musste der Vorführer oft klicken oder lief der Prozess flüssig?

  • Wurden Daten automatisch übernommen oder mussten sie kopiert werden?

  • Wirkte die Oberfläche modern und intuitiv?

  • Konnte der Vorführer Fragen direkt beantworten oder musste er "bei der Technik nachfragen"?

Seien Sie skeptisch, wenn in der Demo alles "ganz einfach per Customizing" gelöst werden kann. Standard-Prozesse sind stabiler als individuelle Anpassungen.

Referenzen prüfen und Risiken minimieren (ohne Verkaufsfolklore)

Die ehrlichsten Antworten erhalten Sie nicht vom Vertrieb, sondern von Kunden, die das System bereits nutzen. Bitten Sie den Anbieter um 2-3 Referenzen, die Ihrem Geschäftsmodell ähneln (z.B. "Modehändler mit ca. 2000 Paketen/Monat").

Fragen an Referenzkunden:

  • "Wie lief das Onboarding? Wurden Zeit- und Budgetpläne eingehalten?"

  • "Wie stabil läuft der Abgleich mit den Marktplätzen wirklich?"

  • "Wie gut ist der Support erreichbar, wenn am Samstag das System hängt?"

  • "Was würden Sie heute anders machen bei der Einführung?"

  • "Gibt es versteckte Kosten, die wir beachten sollten?"

Ein Warnsignal ist, wenn der Anbieter keine Referenzen nennen möchte oder nur Kunden aus völlig fremden Branchen (z.B. Stahlhandel statt Mode) präsentiert.

Kosten realistisch kalkulieren: TCO, Implementierung, Betrieb und Change

Die Total Cost of Ownership (TCO) umfasst alle Kosten über die Laufzeit des Systems (z.B. auf 3 Jahre gerechnet).

Kostenstruktur im Überblick:

Kostenblock
Beispiele Häufig vergessen
Einmalkosten Setup-Gebühr, Datenmigration, Schulung, Hardware (Scanner, Drucker) Interne Personalkosten (Ihre Zeit für Datenbereinigung und Tests)
Laufende Kosten Lizenzgebühren (SaaS), Wartungsverträge, Hosting Kosten für Apps/Plugins, Transaktionsgebühren bei hohem Volumen
Change-Kosten Prozessanpassungen, Nachschulungen bei Mitarbeiterwechsel Produktivitätsverlust in der ersten Woche nach Go-Live

Das günstigste Lizenzmodell ist oft langfristig das teuerste, wenn fehlende Automatisierung dazu führt, dass Sie mehr Personal für manuelle Aufgaben einstellen müssen. Investieren Sie in Prozess-Effizienz, nicht in billige Lizenzen.

 

Typische Fehler bei der Auswahl eines ERP-Systems (und Gegenmaßnahmen)

  1. Alte Prozesse in neue Software pressen: Viele Unternehmen versuchen, ihre ineffizienten Workflows 1:1 im neuen ERP abzubilden. Nutzen Sie die Einführung, um Prozesse zu standardisieren. Passen Sie den Prozess an das ERP an, nicht umgekehrt (Standard vor Individualisierung).

  2. Stakeholder vergessen: Wenn das Lagerteam nicht in die Auswahl einbezogen wird, scheitert die Akzeptanz. Das Team an der Packstation muss mit dem System arbeiten, nicht die Geschäftsführung.

  3. Datenqualität ignorieren: "Das räumen wir nach dem Import auf." Falsch. Schlechte Daten im alten System führen zu Chaos im neuen System. Bereinigen Sie Artikelstämme vor der Migration.

  4. Kein Cutover-Plan: Der Wechseltermin (Go-Live) muss strukturiert und detailliert geplant sein. Wann werden die alten Systeme abgeschaltet? Wann werden Bestände gezählt? Wer ist am Wochenende verfügbar?

  5. Zu viel auf einmal wollen: Starten Sie mit den Kernkanälen. Binden Sie exotische Marktplätze oder komplexe B2B-Portale in einer zweiten Phase an. 

Entscheidung treffen: So strukturieren Sie die finale ERP-Auswahl

Sie haben alle Informationen, jetzt geht es um die Entscheidung. Nutzen Sie dafür eine gewichtete Entscheidungsmatrix.

Entscheidungskriterien gewichten:

  • Funktionaler Fit (40%): Löst es unsere Probleme?

  • Risiko & Stabilität (30%): Ist der Anbieter etabliert?

  • Kosten / TCO (20%): Passt es ins Budget?

  • Usability (10%): Mag das Team die Oberfläche?

Erstellen Sie eine Entscheidungsvorlage für die Geschäftsführung auf einer Seite:

  • Empfehlung: Anbieter X

  • Warum: Bester Fit für Multichannel-Prozesse, hohe Automatisierung.

  • Risiken: Migration der Artikeldaten ist aufwendig.

  • Invest: X Euro initial, Y Euro laufend.

  • Plan: Go-Live in 4 Monaten.

Wenn Ihr Fokus auf Multichannel liegt: Warum ein E-Commerce ERP oft die bessere Wahl ist

Im klassischen Handel ist der Kunde König, im E-Commerce ist der Datenbestand König. Klassische ERP-Systeme tun sich oft schwer mit der Dynamik von Marktplätzen. Wenn eBay die API ändert, muss ein klassisches ERP oft mühsam gepatcht werden. Ein spezialisiertes E-Commerce ERP reagiert darauf zentral und sofort.

Die Komplexität im E-Commerce entsteht durch die Multiplikation: 5 Marktplätze x 3 Länder x 10.000 Artikelvarianten ergeben Millionen von Datenpunkten, die in Echtzeit abgeglichen werden müssen. Wenn hier Latenzen entstehen, verkaufen Sie Ware, die Sie nicht mehr haben. E-Commerce ERPs sind für diese Hochfrequenz-Transaktionen gebaut. Sie priorisieren Geschwindigkeit und Konnektivität über bilanzielle Tiefe (die übernimmt dann der Steuerberater oder ein separates FiBu-Tool). 

Das Mantra für Multichannel-Händler

Die "Wahrheit" über den Bestand muss im ERP liegen und von dort in alle Kanäle gepusht werden.

PlentyONE als E-Commerce ERP im Auswahlprozess: Für wen passt es, für wen nicht?

PlentyONE positioniert sich klar als E-Commerce ERP, das den Unified-Commerce-Ansatz verfolgt, alle Kanäle, ein System. Doch Transparenz ist Teil einer guten Beratung: PlentyONE ist nicht für jedes Unternehmen die richtige Wahl.

PlentyONE ist ideal geeignet für:

  • Ambitionierte KMU & Mittelstand: Händler, die über reine Shop-Lösungen oder Excel hinausgewachsen sind und Prozesse professionalisieren müssen.

  • Multichannel-Fokus: Unternehmen, die nicht nur einen Onlineshop betreiben, sondern parallel auf Marktplätzen (Amazon, OTTO, Kaufland etc.) verkaufen wollen.

  • Hohes Auftragsvolumen: Händler, die Tausende Sendungen pro Monat effizient abwickeln müssen und dabei auf Automatisierung angewiesen sind.

PlentyONE ist eher nicht geeignet für:

  • Fertigungsindustrie: Wer primär Produktionsanlagen steuern, komplexe Stücklistenauflösungen für die Fertigung oder Maschinenbelegungspläne benötigt, braucht ein Industrie-ERP.

  • Interne Konzern-FiBu & HR: PlentyONE bildet keine Personalabrechnung und keine bilanzierende Konzernbuchhaltung ab. Hierfür bietet PlentyONE Exporte (z.B. DATEV), überlässt den Kernprozess aber spezialisierten Systemen.

Wie passt PlentyONE in Ihre Auswahl?

Wenn Ihre Anforderungsanalyse zeigt, dass Ihre größten Schmerzen im Bereich Bestandsabgleich, Marktplatzanbindung und Versandlogistik liegen, sollten Sie PlentyONE auf Ihre Shortlist setzen. Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Prozesse in einer Demo mit echten Daten durchzuspielen.

Möchten Sie prüfen, ob Ihre Prozessanforderungen mit dem Standard von PlentyONE abdeckbar sind?

 

Checkliste: ERP-System Auswahl in 14 Tagen vorbereiten (kompakt, aber belastbar)

Nutzen Sie diese Schritte, um startklar für Gespräche mit Anbietern zu sein. 

  Tag 1: Projektteam benennen (Lager, Einkauf, Support, IT).  

  Tag 2: Schmerzpunkte und Ziele in einem Dokument sammeln. 

  Tag 3: IST-Prozesse grob skizzieren (Whiteboard-Foto reicht). 

  Tag 4: Mengengerüste erheben (Aufträge/Tag, Artikelanzahl, SKUs).  

  Tag 5: Systemlandschaft aufzeichnen (Welche Tools bleiben, welche gehen?). 

  Tag 6-7: Muss-Anforderungen definieren (K.O.-Kriterien). 

  Tag 8: Longlist recherchieren (Marktüberblick). 

 Tag 9: Referenzen/Bewertungen lesen und Liste filtern. 

 Tag 10: Lastenheft finalisieren (kurz & prägnant). 

 Tag 11: Shortlist festlegen (3-5 Anbieter). 

 Tag 12: Anbieter kontaktieren & Termine anfragen. 

 Tag 13: Testdaten vorbereiten (Beispiel-Artikel, Beispiel-Bestellung). 

 Tag 14: Bewertungsmatrix für Demos erstellen. 

Häufige Fragen zur ERP-System Auswahl

  • Wie wählt man eine ERP-Software?
    Die Auswahl erfolgt idealerweise in drei Phasen: Vorbereitung (Analyse der eigenen Prozesse und Ziele, Erstellung eines Lastenheftes), Anbieterprüfung (Marktrecherche, Erstellung einer Shortlist, Durchführung von Demos anhand realer Use-Cases) und Entscheidung (Bewertung nach funktionalem Fit, Kosten/TCO und Referenzen). Wichtig ist, sich nicht von Features blenden zu lassen, sondern die Lösung operativer Probleme in den Mittelpunkt zu stellen. 
  • Was ist das wichtigste Auswahlkriterium für ERP-Systeme?
    Es gibt nicht das eine Kriterium, sondern eine Kombination. Ganz oben steht der "Prozess-Fit": Wie gut unterstützt das System Ihre täglichen Abläufe im Standard (ohne teure Anpassungen)? Für E-Commerce-Händler ist zudem die Integrationsfähigkeit (Schnittstellen zu Shops und Marktplätzen) entscheidend. Weitere Kriterien sind Skalierbarkeit, Usability, Supportqualität und die Gesamtkosten (TCO). 
  • Wie sieht der Auswahlprozess für ein ERP-System aus?
    Der Prozess beginnt intern mit der Definition von Zielen und Anforderungen (Lastenheft). Darauf folgt die Recherche potenzieller Anbieter (Longlist) und deren Filterung (Shortlist). Mit den favorisierten Anbietern werden Workshops oder Demos durchgeführt. Parallel werden Referenzen geprüft und Angebote eingeholt. Am Ende steht der Vertragsabschluss und die Planung der Implementierung. 
  • Welches ist das beste ERP-System?
    Es gibt kein universell "bestes" System. Ein ERP, das für einen Automobilzulieferer perfekt ist, wäre für einen Onlinehändler unbrauchbar. Das "beste" System ist dasjenige, das am besten zu Ihrem Geschäftsmodell, Ihrer Branche, Ihrer Unternehmensgröße und Ihrer IT-Strategie (z.B. Cloud vs. On-Premise) passt. Objektive Vergleiche sind nur auf Basis Ihres individuellen Anforderungsprofils möglich.. 

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