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FAQ Preisgestaltung

Was ist Dynamic Pricing im E-Commerce?

07.06.2026

Freitagabend senkt Ihr Konkurrent den Preis eines Bestsellers um 12 Prozent auf Amazon. Am Samstagmorgen haben Sie die Buy Box verloren, Ihre Verkäufe brechen ein, und Sie bemerken es erst am Montag. Dynamic Pricing im E-Commerce bedeutet, dass Verkaufspreise nicht statisch bleiben, sondern sich automatisiert an Marktbedingungen anpassen. Nachfrage, Wettbewerbspreise, Lagerbestände, Tageszeit oder Saisonalität fließen in die Preisberechnung ein.

Das Prinzip ist simpel: Der richtige Preis zur richtigen Zeit für den richtigen Kunden auf dem richtigen Kanal.

In der Praxis unterscheidet man verschiedene Ausprägungen. Regelbasiertes Pricing arbeitet mit festen Wenn-Dann-Logiken: Wenn der Wettbewerber unter 19,99 Euro geht, ziehe automatisch mit, aber nie unter 17,50 Euro. Algorithmisches Pricing hingegen nutzt maschinelles Lernen, um Preiselastizitäten zu erkennen und Margen zu optimieren. Die meisten Händler starten mit regelbasierten Ansätzen, weil sie nachvollziehbar und kontrollierbar sind. Erst mit wachsendem Sortiment und steigendem Wettbewerbsdruck lohnt sich der Umstieg auf algorithmische Modelle.

Wo Dynamic Pricing den größten Hebel hat

Auf Marktplätzen wie Amazon entscheidet der Preis direkt über die Sichtbarkeit. Die Buy Box wird zu einem großen Teil über den Gesamtpreis (Artikelpreis plus Versand) vergeben. Wer dort nicht auftaucht, verkauft faktisch nicht. Auf Preisvergleichsportalen wie idealo oder CHECK24 gilt dasselbe Prinzip: Der niedrigste Preis bekommt den Klick. Im eigenen Webshop dagegen ist die Preissensibilität geringer, weil Kunden bewusst dort einkaufen und Vertrauen aufgebaut haben.

Genau hier liegt die strategische Chance. Sie können auf Amazon dynamisch preisen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, und im PlentyONE Shop Ihre volle Marge mitnehmen. Ein Fashion-Händler könnte seine Winterkollektion auf Zalando ab November schrittweise reduzieren, während er im eigenen Shop den Vollpreis beibehält und stattdessen mit exklusiven Bundles oder Treueprogrammen arbeitet. Voraussetzung dafür ist, dass Sie je Kanal unterschiedliche Verkaufspreise pflegen können und dass Preisänderungen je nach Kanal in kurzen Sync-Intervallen auf dem Marktplatz ankommen.

Was Sie beachten sollten: Dynamic Pricing kann schnell zur Preisspirale nach unten führen, wenn keine Untergrenzen definiert sind. Setzen Sie immer einen Mindestpreis, der Ihre Kosten und gewünschte Minimalmarge abdeckt. Besonders bei saisonalen Aktionszeiträumen sollten Sie Startdaten sorgfältig planen, da manche Marktplätze strenge Anforderungen an die Gültigkeit von Aktionspreisen stellen.

PlentyONE bietet mit seinem kanalspezifischen Preismanagement die technische Grundlage für Dynamic Pricing. Sie hinterlegen für jede Variante separate Verkaufspreise pro Marktplatz und Land, die über Repricing-Tools automatisiert angepasst werden können. Preisänderungen werden zeitnah an Kaufland, idealo, OTTO Market und viele weitere Kanäle exportiert. Durch die zentrale Datenhaltung in PlentyONE behalten Sie die Kontrolle über Ihre Margen, ohne den Anschluss an den Wettbewerb zu verlieren.

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