Wie passe ich meine Preise an verschiedene Länder an?
In der Praxis begegnet uns oft die Vorstellung, dass für internationale Preise eine einfache Währungsumrechnung des deutschen Preises genügt. In der Realität spielen neben dem Wechselkurs auch Kaufkraft, lokale Wettbewerbspreise, länderspezifische Steuersätze und Versandkosten eine Rolle. Wer einfach nur konvertiert, ist in manchen Märkten zu teuer und in anderen verschenkt er Marge.
Internationale Preisgestaltung beginnt mit der Frage, in welchen Ländern Sie verkaufen und welche Marktplätze Sie dort bedienen. Auf Amazon können Sie beispielsweise über verschiedene Länderplattformen verkaufen: Amazon.de, Amazon.fr, Amazon.nl. Für jede Plattform lassen sich eigene Preise hinterlegen. Auch auf Marktplätzen wie bol.com in den Niederlanden, Cdiscount in Frankreich, allegro in Polen oder Galaxus in der Schweiz gelten jeweils andere Marktbedingungen und Kundenerwartungen.
Technische Umsetzung: Ein Preis pro Land und Kanal
Die sauberste Lösung ist ein System, in dem Sie Verkaufspreise nicht nur pro Kanal, sondern auch pro Land und Währung konfigurieren können. So definieren Sie einen Euro-Preis für Deutschland, einen Franken-Preis für die Schweiz und einen Zloty-Preis für Polen. Das System priorisiert dann automatisch: Ein Preis, der für ein spezifisches Land und einen spezifischen Marktplatz konfiguriert ist, hat Vorrang vor einem allgemeinen Preis. Dieser Mechanismus stellt sicher, dass immer die passendste Konfiguration greift, ohne dass Sie für jede Kombination aus Land und Kanal eine eigene Logik programmieren müssen.
Neben dem reinen Preis müssen Sie auch Steuersätze berücksichtigen. Die Mehrwertsteuer variiert von 7,7 Prozent in der Schweiz über 19 Prozent in Deutschland bis zu 27 Prozent in Ungarn. Je nachdem, ob Sie Bruttopreise oder Nettopreise exportieren, ändert sich die Kalkulation erheblich. Für Cross-Border-Geschäfte sollten Sie zudem die nötigen Schnittstellen zu OSS und Steuer-/Buchhaltungssystemen einplanen. Auch Zollgebühren können bei Lieferungen in Nicht-EU-Länder die effektive Marge beeinflussen und sollten in Ihre Länderpreise einkalkuliert werden.
Internationale Preisgestaltung erfordert Recherche. Lokale Wettbewerbsanalysen, Verständnis für länderspezifische Kaufkraft und die Bereitschaft, Preise regelmäßig zu überprüfen, sind unerlässlich. Ein einmal festgelegter internationaler Preis ist selten langfristig optimal.
PlentyONE vereinfacht die länderspezifische Preisgestaltung erheblich. Im Verkaufspreismanagement konfigurieren Sie Preise pro Land, Währung, Marktplatz und sogar pro Kundenklasse. Das Prioritätensystem sorgt automatisch dafür, dass der spezifischste Preis verwendet wird. Mehrsprachige Produktinhalte ergänzen die Preisstrategie, sodass Ihre Kunden in Frankreich, Polen oder der Schweiz nicht nur den richtigen Preis sehen, sondern auch Produkttexte in ihrer Sprache. Über Integrationen zu internationalen Marktplätzen wie bol.com, Cdiscount, allegro, Galaxus und fruugo erreichen Sie Kunden in ganz Europa und darüber hinaus.
PlentyONE Vertriebsteam kontaktieren
Ob Fragen oder Herausforderungen – unser Expertenteam unterstützt Sie gerne. Gemeinsam finden wir die beste Lösung, um Ihr Online-Business nach vorn zu bringen.