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Migration & Systemwechsel FAQ

Wie plane ich eine Datenmigration im E-Commerce?

13.06.2026

Datenmigration ist vor allem ein technisches Problem, so lautet ein hartnäckiger Irrglaube. In Wahrheit scheitern die meisten Migrationen nicht an der Technik, sondern an mangelnder Planung, fehlender Datenqualität und unrealistischen Zeitplänen. Eine erfolgreiche Datenmigration im E-Commerce beginnt Wochen vor dem ersten Datenexport, mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme.

Phase 1: Dateninventur und Bereinigung

Bevor Sie auch nur eine Zeile exportieren, müssen Sie wissen, welche Daten Sie haben und welche davon tatsächlich migriert werden sollen. Produktstammdaten mit Varianten, Attributen und Beschreibungen. Kundenstammdaten mit Adressen und Kontoinformationen. Bestellhistorie, Lagerbestände, Lieferantendaten, Preislisten. Nutzen Sie die Migration als Chance für einen Frühjahrsputz: Veraltete Artikel, inaktive Kundensätze und fehlerhafte Datensätze müssen nicht ins neue System übernommen werden. Ein typischer Onlineshop hat 10 bis 20 Prozent Datensätze, die längst obsolet sind und das System nur unnötig aufblähen.

Phase 2: Mapping und Transformation

Jedes System strukturiert Daten anders. Wo das alte System Produktvarianten als separate Einträge führt, erwartet das neue vielleicht eine hierarchische Struktur mit Hauptartikel und Untervarianten. Preismodelle, Kategoriestrukturen, Attributbezeichnungen, alles muss auf das Zielsystem gemappt werden. Erstellen Sie eine detaillierte Mapping-Tabelle, die Quellfeld und Zielfeld gegenüberstellt. Das klingt mühsam, spart aber enorm viel Zeit bei der eigentlichen Migration. Besonders kanalspezifische Daten wie Marktplatz-Kategorien oder plattformspezifische Attribute erfordern sorgfältiges Mapping, da hier Fehler zu nicht sichtbaren Listings führen können.

Planen Sie für die Datentransformation mehr Zeit ein als für jeden anderen Schritt. Erfahrungsgemäß beansprucht sie 40 bis 50 Prozent des gesamten Migrationsaufwands.

Phase 3: Testmigration und Cutover

Führen Sie mindestens eine vollständige Testmigration durch, bevor Sie live gehen. Prüfen Sie dabei nicht nur, ob alle Datensätze übertragen wurden, sondern auch ob Verknüpfungen stimmen: zwischen Artikeln und Bildern, zwischen Kunden und Bestellhistorie, zwischen Varianten und Preisen. Testen Sie außerdem die Auftragsprozesse im neuen System mit echten Testbestellungen aus verschiedenen Kanälen, um sicherzustellen, dass der gesamte Workflow funktioniert.

Für den Cutover-Tag selbst empfiehlt sich ein festes Zeitfenster, idealerweise am Wochenende, wenn das Bestellvolumen niedriger ist. Frieren Sie die Daten im Altsystem ein, führen Sie den finalen Import durch und schalten Sie dann das neue System scharf. Halten Sie das alte System noch mindestens zwei Wochen als Fallback bereit.

Seien Sie vorbereitet: Selbst bei sorgfältigster Planung treten bei der ersten Testmigration Probleme auf. Das ist normal und genau der Grund, warum Sie testen. Kritisch wird es nur, wenn Sie diesen Schritt überspringen und beim ersten Versuch direkt live gehen.

PlentyONE unterstützt Datenmigrationen mit flexiblen Importmöglichkeiten über REST API und CSV-Import, sodass Sie Produktdaten, Bestände und Kundendaten strukturiert übertragen können. Die Produktdatenverwaltung mit zentralem Datenmanagement sorgt dafür, dass nach der Migration ein einziger Datensatz als Single Source of Truth für alle Kanäle dient, ob Amazon, eBay, Galaxus oder der eigene PlentyONE Shop.

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