Wie wachse ich von einem auf mehrere Vertriebskanäle?
Ein einziger Vertriebskanal ist kein Geschäftsmodell, sondern ein Risiko. Wer heute ausschließlich über den eigenen Onlineshop oder einen einzelnen Marktplatz verkauft, macht sich von einer einzigen Traffic-Quelle abhängig. Algorithmus-Änderungen, steigende Werbekosten oder neue Wettbewerber können das Geschäft über Nacht beeinträchtigen. Der Schritt von einem auf mehrere Vertriebskanäle ist deshalb weniger eine Frage des Ob als des Wie.
Multichannel-Vertrieb bedeutet, Ihre Produkte dort anzubieten, wo Ihre Kundinnen und Kunden bereits einkaufen. Das kann Amazon sein, eBay, Zalando oder ein spezialisierter Marktplatz wie Galaxus in der Schweiz, bol.com in den Niederlanden oder allegro in Polen. Allein in der DACH-Region gibt es dutzende relevante Plattformen, von Kaufland und OTTO Market über CHECK24 und idealo bis hin zu Nischenanbietern wie refurbed für nachhaltige Produkte oder DECATHLON für Sportartikel.
Die richtige Reihenfolge entscheidet
Der häufigste Fehler beim Multichannel-Einstieg: zu viele Kanäle gleichzeitig starten. Besser ist ein schrittweiser Ansatz. Beginnen Sie mit einem zweiten Kanal, der zu Ihrem Sortiment und Ihrer Zielgruppe passt, und stabilisieren Sie die Prozesse dort, bevor Sie den nächsten hinzufügen. Für einen Modehändler kann Zalando der logische nächste Schritt sein, für einen Elektronikhändler vielleicht Kaufland oder eBay. Testen Sie die Nachfrage, optimieren Sie die Listings und lernen Sie die marktplatzspezifischen Anforderungen kennen, bevor Sie skalieren.
Die technische Anbindung eines neuen Marktplatzes ist dabei selten das größte Problem. Die eigentliche Herausforderung liegt in der Orchestrierung dahinter: Bestände müssen kanalübergreifend synchron bleiben, damit Überverkäufe vermieden werden. Produktdaten müssen an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden, denn Amazon verlangt andere Pflichtfelder als OTTO Market, und Kaufland hat eigene Regeln für Zustandsbeschreibungen. Aufträge aus verschiedenen Quellen müssen zentral verarbeitet werden, ohne dass Ihr Team zwischen fünf verschiedenen Backends hin- und herspringt.
Auch die Preisgestaltung verdient Aufmerksamkeit. Nicht jeder Kanal muss zum selben Preis bedient werden. Marktplatz-Gebühren, Wettbewerbsumfeld und Zielgruppe unterscheiden sich, und eine kanalspezifische Preisstrategie kann die Marge erheblich verbessern. Ebenso wichtig: Versandprofile und Lieferzeiten müssen je Kanal konfiguriert werden, damit Kundinnen und Kunden realistische Erwartungen haben.
Unterschätzen Sie außerdem nicht den Faktor Kundenservice. Jeder neue Kanal bringt eigene Kommunikationswege mit sich. Marktplatz-Nachrichten, Retourenregeln und Bewertungssysteme unterscheiden sich teils erheblich. Ein zentraler Überblick über alle Kundenanfragen, unabhängig vom Kanal, wird schnell zur Notwendigkeit, um Antwortzeiten niedrig und die Servicequalität hoch zu halten.
Multichannel-Handel erhöht zunächst die Komplexität. Mehr Kanäle bedeuten mehr Prozesse, mehr potenzielle Fehlerquellen und mehr operativen Aufwand. Ohne Automatisierung und eine zentrale Datenbasis skaliert das nicht nachhaltig.
Genau hier setzt PlentyONE an. Die Plattform bietet Integrationen zu über 60 Marktplätzen und Vertriebskanälen, von Amazon und eBay über Zalando und DECATHLON bis hin zu Nischenplattformen wie Cdiscount oder XXXLutz. Bestände werden über alle Kanäle und Lagerstandorte in kurzen Intervallen synchronisiert, Produktdaten zentral verwaltet und über die Katalogfunktion kanalspezifisch ausgespielt. Die zentrale Listingverwaltung ermöglicht es, alle Kanäle aus einer Oberfläche zu steuern, statt Daten manuell in jedes Marktplatz-Backend zu übertragen. Auch mehrere Konten desselben Marktplatzes, etwa verschiedene eBay-Accounts, lassen sich parallel verwalten. So gelingt der Multichannel-Einstieg strukturiert und mit beherrschbarem Aufwand, unabhängig davon, ob Sie zwei oder zwanzig Kanäle bespielen.
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