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ERP Guide ⏳ 11 Min Lesezeit

Warenwirtschaftssystem im E-Commerce: Funktionen und Auswahlkriterien

Wenn das Bestellvolumen steigt, wird manuelle Datenpflege zum Margenkiller. Erfahren Sie, ab wann Ihr Onlineshop ein professionelles Warenwirtschaftssystem braucht und worauf Sie bei der Auswahl wirklich achten müssen.


PlentyONE Redaktion
E-Commerce Insights, 26. Februar 2026

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Im E-Commerce ist der Grat zwischen Wachstum und operativem Chaos schmal. Solange Sie zehn Bestellungen am Tag abwickeln, mag eine gut gepflegte Excel-Liste oder das Backend Ihres Shopsystems ausreichen. Doch sobald das Volumen steigt, Marktplätze wie Amazon oder Kaufland hinzukommen und die Retourenquote klettert, wird die manuelle Datenpflege zum geschäftskritischen Risiko. Ein fehlender Bestandsabgleich führt zu Überverkäufen, langsame Prozesse bremsen den Versand und mangelnde Datenqualität verhindert die Expansion.

An diesem Punkt wird ein professionelles Warenwirtschaftssystem (WaWi) zur operativen Notwendigkeit. Doch der Markt ist unübersichtlich. Händler stehen vor der Frage: Reicht eine einfache Cloud-WaWi, oder benötigt mein Geschäftsmodell bereits ein umfassenderes E-Commerce ERP? Dieser Artikel beleuchtet die entscheidenden Funktionen, die ein modernes System leisten muss, grenzt die Begrifflichkeiten operativ sauber ab und zeigt auf, wie Sie die E-Commerce-Wertschöpfungskette, vom Artikelstamm bis zur Retoure, stabilisieren.

 

Warum eine WaWi im Online-Handel nicht „nice to have“ ist sondern Prozess-Sicherheit

Viele Gründende starten im Online-Handel mit pragmatischen Lösungen. Bestände werden manuell im Shop-Backend angepasst, Versandlabels einzeln im Portal des Dienstleisters erstellt und Rechnungen in Word getippt. Dieses Vorgehen funktioniert, solange die Transaktionszahl niedrig ist und nur ein einziger Verkaufskanal bedient wird.

Die Realität holt wachsende Unternehmen jedoch schnell ein. Typische Schmerzpunkte treten oft simultan auf:

  • Überverkäufe (Overselling): Ein Artikel wird gleichzeitig auf Amazon und im eigenen Onlineshop verkauft, obwohl nur noch ein Stück physisch verfügbar war. Die Folge sind Stornos, negatives Kundenfeedback und im schlimmsten Fall die Sperrung des Marktplatz-Kontos.

  • Bestandschaos: Ohne zentrale Steuerung weiß das Lagerteam nicht, ob Ware bereits für einen anderen Auftrag reserviert ist. Pickfehler häufen sich.

  • Datenredundanz: Produktinformationen müssen mühsam in jedem Kanal einzeln gepflegt werden. Preisänderungen oder neue Artikelbilder erfordern stundenlange manuelle Arbeit.

  • Peak-Überlastung: An Tagen wie dem Black Friday bricht das manuelle System zusammen, weil die Versandabwicklung nicht automatisiert ist.

Ein integriertes Warenwirtschaftssystem im E-Commerce ist daher kein bloßes Verwaltungstool, sondern das Rückgrat der Prozess-Sicherheit. Es sorgt dafür, dass Bestände kanalübergreifend synchron sind, Aufträge automatisch durchlaufen und Sie auch bei steigender Retourenquote oder zusätzlichen Lagerorten die Kontrolle behalten. Ein Warenwirtschaftssystem transformiert den Handel von „Reagieren auf Chaos" hin zu „Agieren mit planbaren Prozessen". 

Kernfunktionen: Was eine gute E-Commerce-WaWi heute können muss

Die Anforderungen an Software im Handel haben sich massiv gewandelt. Ein System, das nur Listen verwaltet, ist heute unzureichend. Nachfolgend finden Sie die operativen Kernfunktionen, die für einen reibungslosen Ablauf unerlässlich sind.

 

Bestandsführung in Echtzeit (inkl. Reservierungen und Überverkaufsschutz)

Die Basis jeder WaWi ist die korrekte Bestandsführung. Entscheidend ist hierbei die Unterscheidung zwischen „physischem Bestand“ und „verfügbarem Bestand“. Sobald ein Auftrag eingeht, egal über welchen Kanal, muss das System die entsprechende Menge reservieren und den verfügbaren Bestand auf allen anderen Kanälen in Echtzeit reduzieren. Nur so lässt sich das Risiko von Überverkäufen bei gleichzeitigen Bestellungen auf Amazon und im Webshop eliminieren. 

Artikel- und Variantendaten sauber pflegen (Stammdaten als Single Source of Truth)

 E-Commerce lebt von Varianten (Größe, Farbe, Material) und Sets. Ein leistungsfähiges System dient als „Single Source of Truth“ für alle Artikeldaten. Das bedeutet: Sie pflegen Attribute, Beschreibungen, Bilder und EAN/SKU-Logiken an einem zentralen Ort. Das System verteilt diese Informationen dann an die angeschlossenen Kanäle. Dies verhindert Dateninkonsistenzen und reduziert den Pflegeaufwand bei Sortimentserweiterungen massiv. 

Order Management: von Zahlungseingang bis Versandlabel automatisieren

Das Order Management System (OMS) ist der Motor der Abwicklung. Gute Systeme importieren Aufträge automatisch, prüfen den Zahlungseingang und weisen den Status „bezahlt“ zu. Daraufhin greifen Regeln: Ist die Ware am Lager? Handelt es sich um eine Express-Bestellung? Muss eine Teillieferung erfolgen? Basierend auf diesen Kriterien werden automatisch Kommissionierlisten (Picklisten) erstellt und Versandregeln (z. B. DHL für Inland, UPS für Ausland) angewendet.

Multichannel-Anbindung (Shop, Marktplätze, ggf. Preisvergleich) ohne Doppelpflege

Ein Warenwirtschaftssystem mit Multichannel-Fokus muss mehr können als nur einen Onlineshop anzubinden. Es benötigt direkte Schnittstellen zu Marktplätzen wie Amazon, eBay, Otto oder Kaufland. Entscheidend ist, dass Bestellungen von Marktplätzen genauso behandelt werden wie Shop-Bestellungen, mit zentralem Bestandspool, zentralem Rechnungsdruck und zentralen Status-Updates an den Kunden. Ohne diese Zentralisierung entstehen Datensilos, die manuell kaum beherrschbar sind. 

Retourenmanagement (RMA), Wiedereinlagerung und Erstattung

Retouren sind im Online-Handel unvermeidbar. Ein effizientes System unterstützt den RMA-Prozess (Return Merchandise Authorization): Der Kunde meldet die Retoure an, erhält ein Label, und beim Eingang im Lager wird der Artikel gescannt. Das System muss sofort abfragen: Ist der Artikel A-Ware und geht zurück in den Bestand? Ist er B-Ware? Muss eine Gutschrift erstellt oder ein Austauschgerät versendet werden? Die Durchlaufzeit einer Retoure ist ein kritischer Faktor für die Kundenzufriedenheit. 

Einkauf/Nachschub: Mindestbestände, Lieferzeiten, Disposition

Um „Out-of-Stock“-Situationen zu vermeiden, unterstützt die WaWi den Einkauf. Sie hinterlegen Mindestbestände (Meldebestände) und Lieferantenstammdaten inkl. Wiederbeschaffungszeiten. Unterschreitet ein Artikel den Meldebestand, landet er auf einem Dispositionsvorschlag. Fortgeschrittene Systeme berücksichtigen bei diesen Vorschlägen auch saisonale Schwankungen oder steigende Verkaufstrends, um die Kapitalbindung im Lager zu optimieren. 

Schnittstellen zu Versanddienstleistern und Buchhaltung (realistisch abgrenzen)

Niemand tippt heute mehr Adressen ab. Die WaWi übergibt Adressdaten direkt an die Carrier-APIs (DHL, DPD, GLS, Hermes) und erhält Tracking sowie Versandlabel zurück. Für die Buchhaltung gilt: Eine E-Commerce-WaWi bereitet Daten vor, ersetzt aber meist keine vollständige Finanzbuchhaltung. Sie exportiert Rechnungsdaten, Gutschriften und Zahlungszuordnungen in Formaten, die die Steuerberatung oder Systeme wie DATEV verarbeiten können. 

Reporting: Was Sie messen sollten, um operativ besser zu werden

Operatives Reporting geht über reine Umsatzahlen hinaus. Sie müssen wissen, welche Artikel Ladenhüter sind und Lagerplatz blockieren, wie hoch die Retourenquote pro Artikel oder Kanal ist und wie lange die Durchlaufzeit vom Auftrag bis zum Versandlabel dauert. Nur mit diesen Daten können Sie Prozesse schärfen und Margenkiller identifizieren. 

Warenwirtschaftssystem vs. ERP-System: Wo liegt der Unterschied im Online-Handel wirklich?

Die Begriffe Warenwirtschaftssystem und ERP (Enterprise Resource Planning) werden oft synonym verwendet, unterscheiden sich aber in ihrer historischen Herkunft und ihrem Funktionsumfang deutlich.

Eine klassische WaWi fokussiert sich primär auf den physischen Warenfluss: Einkauf, Lagerhaltung, Verkauf und Versand. Ein ERP-System ist breiter angelegt und integriert traditionell alle Unternehmensbereiche, also auch Personalwesen (HR), Produktionsplanung, Controlling und eine tiefe Finanzbuchhaltung.

Im modernen E-Commerce konvergieren diese Welten jedoch. Händler benötigen oft mehr als eine reine Lagerverwaltung, aber nicht den Ballast eines klassischen Industrie-ERPs. Hier hat sich die Kategorie des E-Commerce ERP etabliert.

Die Positionierung von PlentyONE:

PlentyONE ist ein E-Commerce ERP, das speziell für die Bedürfnisse von Online-Händlern entwickelt wurde und den Unified-Commerce-Ansatz verfolgt, alle Kanäle, ein System. Es verbindet die operative Tiefe einer Warenwirtschaft mit mächtigen Multichannel-Funktionen und Prozessautomatisierung.

Wichtige Abgrenzung:

PlentyONE ist nicht für Produktionsplanung (Produktionsanlagen), Personalwesen (Lohnabrechnung) oder die klassische Finanzbuchhaltung (Bilanzierung wie in SAP oder Microsoft Dynamics 365 Business Central) konzipiert. Der Fokus liegt kompromisslos auf der E-Commerce-Wertschöpfungskette: Artikeldaten, Bestand, Auftragsabwicklung und Kundenkommunikation über alle digitalen Kanäle hinweg.

Wenn Ihre Anforderungen also über die reine Lagerverwaltung hinausgehen und eine Skalierung über diverse Vertriebskanäle das Ziel ist, lohnt sich der Blick auf ein spezialisiertes E-Commerce ERP.

 

Wann braucht ein Onlineshop ein Warenwirtschaftssystem?

Es gibt keinen festen Stichtag, aber deutliche Indikatoren, die den Wechsel von manuellen Lösungen zu einem System erzwingen. In der Praxis liegt die kritische Schwelle oft bei etwa 30 bis 50 Bestellungen pro Tag. Darunter ist der manuelle Aufwand oft noch vertretbar, darüber steigen die Fehlerkosten exponentiell an.

Warnsignale für den Handlungsbedarf:

  • Sie loggen sich täglich in mehr als drei verschiedene Portale ein (Shop-Backend, Amazon Seller Central, eBay, DHL-Geschäftskundenportal), um das Tagesgeschäft zu bewältigen.

  • Die Frage „Haben wir Artikel XY noch auf Lager?“ kann niemand ohne Gang ins Regal beantworten.

  • Es kommt mehrmals im Monat zu Stornierungen, weil Ware verkauft wurde, die nicht mehr da ist.

  • Rechnungen werden händisch erstellt oder nachträglich korrigiert.

  • Sie trauen sich nicht, weitere Verkaufskanäle zu erschließen, weil der administrative Aufwand schon jetzt zu hoch ist.

 

Entscheidungshilfe: Brauchen Sie ein Warenwirtschaftssystem?

  1. Bestellvolumen: > 50 Orders/Tag?

  2. Artikelanzahl: > 100 SKUs oder komplexe Varianten?

  3. Kanäle: Verkaufen Sie auf mehr als einem Kanal (z.B. Shop + Amazon)?

  4. Lager: Nutzen Sie mehr als einen Lagerort oder Fulfillment-Dienstleister?

  5. Personal: Müssen mehrere Personen gleichzeitig auf Bestandsdaten zugreifen?

  6. Wachstum: Planen Sie eine Verdopplung des Volumens in den nächsten 12 Monaten?

Wenn Sie mehr als zwei dieser Fragen mit „Ja“ beantworten, ist die Einführung eines Warenwirtschaftssystems für Onlineshops betriebswirtschaftlich sinnvoll, um Risiken zu minimieren. 

 

Systemtypen im Vergleich: Cloud vs. On-Premise und was das im Alltag bedeutet

Bei der Auswahl der Technologiearchitektur stehen sich zwei Modelle gegenüber: Cloud-Lösungen (SaaS) und On-Premise-Installationen (lokal auf eigenen Servern). Im E-Commerce hat sich der Trend massiv in Richtung Cloud verschoben, doch die Unterscheidung bleibt wichtig.
Kriterium
Cloud-WaWi / SaaS (Software as a Service) On-Premise (Lokale Installation)
Kostenstruktur Monatliche Miete, geringe Einstiegskosten. Hohe Einmalinvestition + Wartungsverträge.
Betrieb & IT Keine eigene Server-Hardware nötig. Der Anbieter kümmert sich um Hosting & Sicherheit. Eigene Server, IT-Personal für Wartung und Backups zwingend erforderlich.
Updates Automatisch und sofort verfügbar. Wichtig für ständige API-Änderungen von Marktplätzen. Updates müssen oft manuell eingespielt werden (Zeitverzögerung, Risiko).
Skalierung Ressourcen wachsen flexibel mit dem Bedarf (z. B. im Weihnachtsgeschäft). Hardware-Grenzen können Skalierung bremsen.
Zugriff Ortsunabhängig (Browser/App), ideal für Remote-Teams und Lager-Tablets. Oft nur im Firmennetzwerk oder via VPN erreichbar.
Individualisierung Konfiguration im Rahmen des Standards, oft API-basiert erweiterbar. Tiefe Eingriffe in den Quellcode möglich (aber teuer und wartungsintensiv).

Interpretation für die Praxis:

Da der E-Commerce extrem dynamisch ist (Amazon ändert Schnittstellen, neue Versandarten entstehen), ist die Cloud-Variante für die meisten Händler überlegen. Sie garantiert schnelle Anpassungen an Marktveränderungen, ohne dass Sie eine eigene IT-Abteilung vorhalten müssen. On-Premise lohnt sich heute fast nur noch für Konzerne mit extrem spezifischen Datenschutz-Vorgaben oder hochgradig individuellen Produktionsprozessen, die vom Internet entkoppelt sein müssen. 

Auswahlkriterien: So finden Sie das passende Warenwirtschaftssystem für E-Commerce

Der Markt ist voll von Anbietern. Um keine „Feature-Liste“ zu kaufen, die an Ihrer Realität vorbeigeht, sollten Sie Ihre Anforderungen strukturieren. Nutzen Sie diese Matrix zur Bewertung: 
Kriterium
Priorität Zu beachten / Fragestellung
Kanal-Setup Hoch (Muss) Werden genau Ihre Marktplätze (Amazon, eBay, Kaufland, Otto etc.) und Ihr Shopsystem (Shopware, Shopify etc.) nativ unterstützt?
Prozesskomplexität Hoch (Muss) Beherrschen Sie Varianten, Stücklisten (Bundles), Sets oder MHD/Chargenverwaltung, falls Ihre Produkte dies erfordern?
Lager & Logistik Mittel/Hoch Unterstützt das System Wegeoptimierung (Laufwege im Lager), mobile Datenerfassung und mehrere Lagerorte?
Datenqualität Hoch Bietet das System Tools zum Massen-Update von Artikeldaten? Eine Migration ist der beste Zeitpunkt zur Datenbereinigung.
Integrationen Hoch (Muss) Gibt es fertige Schnittstellen zu Ihren Versanddienstleistern, Payment-Providern und zur Buchhaltung?
Skalierung Strategisch Was passiert, wenn sich Ihr Bestellvolumen verfünffacht? Kostet das System dann unverhältnismäßig viel oder bricht die Performance ein?

Tipp

Achten Sie nicht nur auf den aktuellen Stand. Fragen Sie Referenzkunden, wie schnell der Anbieter auf Änderungen bei Marktplatz-Richtlinien reagiert. Ein System, das Monate braucht, um eine neue Amazon-Vorgabe umzusetzen, gefährdet Ihr Business.

Kosten: Was ein Warenwirtschaftssystem im E-Commerce wirklich kostet und wo versteckte Aufwände entstehen

Die Frage nach den Kosten ist in Suchmaschinen omnipräsent, aber pauschal schwer zu beantworten. Die Preismodelle variieren stark.

Offensichtliche Kostenblöcke:

  • Lizenzgebühren: Bei Cloud-Systemen oft eine monatliche Grundgebühr (häufig zwischen 50 € und mehreren tausend Euro, je nach Unternehmensgröße).

  • Transaktionsgebühren: Manche Anbieter berechnen Kosten pro Auftrag oder prozentual vom Umsatz.

  • Nutzerlizenzen: Kosten pro gleichzeitigem Nutzer oder pro angelegtem Mitarbeiter.

  • Module: Spezielle Schnittstellen (z. B. zu einem Nischen-Marktplatz) kosten oft extra.

Häufig unterschätzte „versteckte“ Kosten:

  • Implementierung & Onboarding: Setup, Datenmigration und Konfiguration erfordern Zeit oder externe Berater.

  • Schulung: Mitarbeiter müssen das neue System sicher bedienen können. Rechnen Sie mit Produktivitätsverlusten in der Anfangsphase.

  • Prozessanpassung: Oft müssen interne Prozesse an die Logik der Software angepasst werden, das kostet Management-Aufmerksamkeit.

Günstige Einstiegslösungen werben oft mit Preisen ab 20–50 € pro Monat. Für professionelle E-Commerce-Händler mit entsprechendem Volumen und Integrationsbedarf liegt ein realistischer Budgetrahmen für ein leistungsfähiges E-Commerce ERP jedoch höher. Entscheidend ist die TCO-Betrachtung (Total Cost of Ownership). Ein teureres System, das Ihnen durch Automatisierung zwei Vollzeitstellen im Backoffice spart, ist unterm Strich günstiger als eine Billiglösung, die viel manuelle Arbeit erfordert.

Typische Implementierungsfehler im Online-Handel und wie Sie sie vermeiden

Die Einführung einer neuen Software ist oft ein tiefgreifender Eingriff in die laufenden Prozesse des Unternehmens. Viele Projekte scheitern nicht an der Software, sondern an der Vorgehensweise. 
Implementierungsfehler
Fehler Vermeidung / Best Practice
1 „Wir digitalisieren das Chaos“ Schlechte analoge Prozesse bleiben auch digital schlecht. Klären und optimieren Sie Ihre Prozesse (z. B. Lagerwege, Retourenablauf), bevor Sie diese in der Software abbilden.
2 Zu viele Individuallösungen Versuchen Sie nicht, jede Ausnahme im System abzubilden. Nutzen Sie Standardprozesse der Software („Standard vor Individualisierung“), um Update-Fähigkeit zu sichern.
3 Fehlende Daten-Governance Unsaubere Stammdaten (fehlende SKUs, duplizierte Artikel) führen zum Crash. Die Bereinigung der Artikeldaten ist Pflicht vor dem Import.
4 Unklare Verantwortlichkeiten IT, Lagerleitung und Kundenservice haben unterschiedliche Anforderungen. Definieren Sie eine verantwortliche Person für das Projekt, der Entscheidungen treffen darf.
5 Keine Lasttests Gehen Sie nicht im November live. Testen Sie das System unter Last, bevor die Peak-Season beginnt.

Ein Warenwirtschaftssystem löst keine organisatorischen Probleme, es macht sie nur schneller sichtbar. Nutzen Sie die Einführung als Chance zur operativen Hygiene. 

Von WaWi zu E-Commerce ERP: Wann ein nächster Schritt sinnvoll wird

Händler starten oft mit einer reinen Bestandsverwaltung. Doch mit zunehmender Skalierung, mehr Kanäle, mehr Artikel, Internationalisierung, komplexere Logistik, stoßen Insellösungen an ihre Grenzen. Wenn Sie Bestandsdaten in System A, Kundendaten in System B und Produktdaten in System C pflegen, entstehen Friktionen, die das Wachstum bremsen.

Hier wird der Schritt von der WaWi zum E-Commerce ERP logisch. Ein solches System bietet eine tiefere Integration und stabilere Workflows für hohes Volumen. Es geht nicht mehr nur darum, Ware zu verwalten, sondern den gesamten kommerziellen Prozess zentral zu steuern.

Die Rolle von PlentyONE:

PlentyONE positioniert sich genau an dieser Schnittstelle. Als E-Commerce-ERP verfolgt es den Unified-Commerce-Ansatz. Alle Verkaufskanäle, Bestände und Auftragsdaten laufen in einem zentralen System zusammen. Dabei gilt weiterhin die klare Abgrenzung: PlentyONE ersetzt keine SAP-Finanzbuchhaltung und plant keine Produktionsschichten. Aber es bietet E-Commerce-Händlern die nötige operative Tiefe, um Multichannel-Strategien weltweit auszurollen, ohne in manueller Arbeit zu ersticken.

Wenn Sie merken, dass Ihre aktuelle WaWi bei Lastspitzen an ihre Leistungsgrenzen stößt oder neue Marktplatz-Anbindungen Wochen dauern, ist es Zeit, über ein System nachzudenken, das für Skalierung gebaut wurde.

Praxisbeispiel: Wie sich Bestände, Bestellungen und Versand mit einem System stabilisieren lassen

Betrachten wir ein typisches Szenario eines Händlers für Sportartikel.

Ausgangslage: Der Händler verkauft über einen Shopify-Store und Amazon. Der Lagerbestand wird in einer Excel-Liste geführt, die einmal täglich aktualisiert wird. Versandlabels werden manuell im DHL-Portal erstellt.

  • Problem: Ein beliebter Laufschuh wird am Black Friday innerhalb von 10 Minuten 50-mal verkauft – 30-mal im Shop, 20-mal auf Amazon. Physisch sind aber nur 40 Paar da. Ergebnis: 10 Stornos, frustrierte Kunden, Stress im Kundenservice.

Nach der Umstellung auf ein E-Commerce ERP: Alle Artikelstammdaten und Bestände liegen zentral im System.

  1. Verkauf: Ein Kunde kauft den Schuh im Shopify-Store.

  2. Echtzeit-Sync: Das System reserviert den Bestand und meldet an Amazon innerhalb von Sekunden: „Bestand reduziert“. Ein Überverkauf wird technisch unterbunden.

  3. Abwicklung: Der Auftrag landet im System. Da der Kunde „Express“ gewählt hat, wird der Auftrag priorisiert.

Versand: Im Lager scannt das Lagerteam den Artikel. Das System prüft die Richtigkeit, druckt automatisch das Versandlabel und sendet die Tracking-Nummer an den Shopify-Store, der wiederum den Kunden benachrichtigt. 

Ergebnis

Die Fehlerquote bei Beständen sinkt gegen Null. Die Durchlaufzeit pro Paket reduziert sich deutlich, da keine manuellen Eingaben mehr nötig sind. Der Händler kann das Bestellvolumen verdoppeln, ohne das Personal im Lager aufstocken zu müssen.

Fazit: Checkliste für Ihre nächsten Schritte

Ein Warenwirtschaftssystem im E-Commerce ist das Fundament für professionelles Handeln. Es befreit Sie von manueller Datenpflege, sichert Bestände ab und ermöglicht erst echtes Multichannel-Wachstum. Wer hier spart oder zu lange an Provisorien festhält, zahlt später mit Prozessfehlern und Wachstumsschmerzen.

Ihre Checkliste für die Evaluation:

  • Anforderungen sammeln: Welche Kanäle bedienen wir heute, welche in 12 Monaten?

  • Prozesse definieren: Wie läuft eine Bestellung idealerweise durch und was passiert im Fehlerfall (Retoure)?

  • Daten prüfen: In welchem Zustand sind unsere Artikelstammdaten (SKUs, EANs)?

  • Ressourcen planen: Wer im Team betreut die Einführung und Stammdatenpflege?

  • Systeme testen: Nutzen Sie Demos und Testphasen, um die Usability zu prüfen.

Wenn Sie feststellen, dass eine einfache WaWi Ihre Komplexität nicht mehr abbildet und Sie eine Lösung suchen, die alle E-Commerce-Prozesse zentral vereint, lohnt sich die Evaluation eines E-Commerce ERPs wie PlentyONE. Sorgen Sie für klare Verhältnisse in Ihren Daten, damit Sie sich wieder auf das konzentrieren können, was zählt: den Handel.


Häufige Fragen zum Warenwirtschaftssystem im E-Commerce

  • Was ist ein Warenwirtschaftssystem im E-Commerce?
    Ein Warenwirtschaftssystem im E-Commerce ist eine Software, die Warenbewegungen digital verwaltet, von Einkauf und Lager über Bestellungen bis Versand und Retouren. Ziel ist, Bestände und Aufträge möglichst automatisiert und in Echtzeit zu steuern, damit Onlineshops und Marktplatz-Verkäufe zuverlässig und synchron abgewickelt werden können. 
  • Was kostet ein Warenwirtschaftssystem für E-Commerce?
    Die Kosten reichen von günstigen Cloud-Tarifen ab etwa 10–30 € pro Monat und Nutzer bis zu umfangreicheren Lösungen ab ca. 100–200 € monatlich (je nach Funktionsumfang und Transaktionsvolumen). Zusätzlich sollten Sie Aufwände für Implementierung, Datenmigration, Schnittstellen und Schulung einplanen. On-Premise-Systeme können einmalig im fünfstelligen Bereich liegen, zuzüglich Wartung. 
  • Was ist der Unterschied zwischen einem Warenwirtschaftssystem und einem ERP-System?
    Eine WaWi fokussiert sich auf den Warenfluss: Einkauf, Lager und Verkauf. Ein ERP-System deckt darüber hinaus weitere Unternehmensbereiche ab, z. B. Finanzbuchhaltung, Personalwesen oder Produktion. Im Online-Handel wird häufig ein E-Commerce ERP relevant, wenn Multichannel-Prozesse und Automatisierung über eine reine Bestandsverwaltung hinausgehen. 
  • Wann braucht ein Onlineshop ein Warenwirtschaftssystem?
    Spätestens wenn Bestände nicht mehr zuverlässig manuell gepflegt werden können, etwa ab höherem Bestellvolumen (z. B. rund 50 Bestellungen pro Tag), bei mehreren Verkaufskanälen (Shop plus Amazon/eBay) oder bei vielen Artikeln/Varianten. Typische Signale sind Überverkäufe, häufige Stornos und zu viel manuelle Arbeit in der Auftragsabwicklung. 
  • Welche Funktionen sollte ein E-Commerce-Warenwirtschaftssystem haben?
    Wichtig sind eine Bestandsverwaltung in Echtzeit, Multichannel-Anbindungen (Shop & Marktplätze), automatisierte Auftragsabwicklung, stabile Versand- und Retourenprozesse, sinnvolle Schnittstellen (z. B. Versanddienstleister, Buchhaltung/DATEV-Übergabe) sowie Reporting, mit dem Sie operative Engpässe erkennen. 
  • Cloud oder On-Premise, welches Warenwirtschaftssystem ist besser für E-Commerce?

    Für die absolute Mehrheit der E-Commerce-Unternehmen ist Cloud (SaaS) vorteilhaft, schneller Start, geringere Anfangskosten, automatische Updates und gute Skalierbarkeit bei Lastspitzen. On-Premise kann sinnvoll sein, wenn sehr spezifische Anpassungen, besondere Infrastrukturvorgaben oder eine eigene IT-Organisation im Vordergrund stehen. 

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