Für was steht ERP?
Das Lagerteam arbeitet mit einer Software, die Buchhaltung nutzt eine andere, der Einkauf pflegt Excel-Tabellen, und der Onlineshop läuft auf einem vierten System. Jede Abteilung hat ihren eigenen Datenbestand und niemand hat den Überblick. Genau dieses Problem löst ein ERP-System. ERP steht für Enterprise Resource Planning und bezeichnet Software, die alle Geschäftsprozesse eines Unternehmens in einem zentralen System bündelt.
Der Begriff klingt sperrig, die Idee dahinter ist simpel. Statt mehrere verschiedene Tools für Lagerverwaltung, Auftragsabwicklung, Buchhaltung, Einkauf und Vertrieb zu nutzen, arbeiten alle Bereiche auf einer gemeinsamen Datenbasis. Ein ERP ist das Nervensystem eines Unternehmens.
Was ein ERP konkret leistet
Ein modernes ERP-System übernimmt die zentrale Steuerung der wichtigsten Geschäftsprozesse. Im E-Commerce bedeutet das konkret, Bestellungen aus verschiedenen Vertriebskanälen laufen automatisch ein, Bestände werden automatisiert aktualisiert, Rechnungen entstehen per Knopfdruck, und Versandetiketten werden direkt aus dem System generiert. Ohne ERP erledigen Mitarbeiter diese Schritte manuell, mit all den Fehlern, die dabei unweigerlich passieren.
Für Online-Händler ist ein ERP besonders relevant, weil die Komplexität mit jedem zusätzlichen Vertriebskanal steigt. Wer auf Amazon, eBay, Zalando und im eigenen Shop verkauft, braucht eine zentrale Instanz, die Produktdaten, Preise, Lagerentwicklung und Retouren kanalübergreifend synchronisiert.
Vielen ist nicht bewusst, dass der Begriff ERP aus der produzierenden Industrie der 1990er-Jahre stammt. Klassische ERP-Systeme wie SAP oder Microsoft Dynamics wurden für Fertigungsunternehmen konzipiert, nicht für den schnelllebigen E-Commerce. Deshalb passen generische ERP-Lösungen oft nicht zum Arbeitsalltag von Online-Händlern.
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